Fahrradgeländer

Idee für Radler aus Skandinavien nach Bergedorf

| Lesedauer: 2 Minuten
Jan H. Schubert
Bequem auf Grün warten: So könnte das Fahrradgeländer in Bergedorf aussehen.

Bequem auf Grün warten: So könnte das Fahrradgeländer in Bergedorf aussehen.

Foto: privat / BGZ

Bergedorf. Mit Handgriff und Trittbrett: Ein Fahrradgeländer an einer Ampel soll den Komfort für Bergedorfer Radfahrer erhöhen.

Bergedorf.  Da könnte die Warterei an der roten Ampel komfortabel werden, bevor es bei Grün mit Schwung über die Kreuzung geht: Die Bergedorfer SPD möchte ein Fahrradgeländer in der Stadt testen.

Derartige Geländer erfreuen sich bereits in skandinavischen Metropolen wie Kopenhagen, Malmö und Frederiksberg großer Beliebtheit, auch in Ulm erkannten Verkehrsplaner die Erleichterung für Radfahrer an den Kreuzungen. Sicher stehen auf den Trittbrettern und festhalten an der Haltestange, dann einfach anfahren: Das überzeugte auch hiesige Sozialdemokraten: „Bergedorf hat sich zur Fahrradfreundlichkeit bekannt“, sagt Nils Springborn, SPD-Fachsprecher für Verkehr und Inneres, „deshalb finden wir, dass wir hier testen sollten.“

Grüne: Thema für den Verkehrsausschuss

Die CDU stimmt dem Vorhaben zu, die Grünen finden die Idee auch gut. Doch – verwunderlich genug für die Partei der Rad-Lobbyisten – es bleiben Nachfragen von Norbert Fleige: „Mich würde vor dem Test interessieren, was so ein Geländer kostet und was die Polizei in puncto Verkehrssicherheit sagt. Schließlich kann so ein Geländer für andere auch eine Art Sperre sein“, erörterte der Grünen-Verkehrsfachmann in der Bezirksversammlungs-Debatte. Fleiges Vorschlag: Zunächst befasst sich der Verkehrsausschuss mit den Geländern.

Noch kritischer ist Lutz Jobs (Linke): „Dass dieser Vorstoß von der Autofahrer-Koalition kommt, macht uns schon skeptisch.“ Das untermauert Jobs damit, dass genannte Städte mit Fahrradgeländern sich infrastrukturell sehr von Bergedorf unterschieden, stehe Bergedorf doch erst am Anfang einer radlerfreundlichen Stadt.

Testen ja – aber wo?

Bedenken seitens der Polizei kann Hans-Jürgen Gäth, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei, zerstreuen: „Da gibt es keine Vorbehalte. Das ist für alle sportlichen Radfahrer sehr interessant. Die müssen an der Ampel nicht aus den Klickpedalen raus. Wir sollten es testen.“

Die Bezirksversammlung sagt – ohne Umweg zum Verkehrsausschuss – „Ja“ zum Geländer-Test. Zwei Dinge sollten dazu konkretisiert werden. Zunächst der Testort, den Jörg Froh (CDU) hier vorschlägt: „Am sinnvollsten wäre aus unserer Sicht eine Position an der Velo-Route an der Bergedorfer Straße.“ Zum anderen müssen die Kosten genauer geprüft werden. Bisher ist ein Geländer, das knapp unter 500 Euro kosten soll, im Gespräch. Zum Vergleich: Kopenhagen brachte mehrere „Radhalte“ für unter 1000 Euro an.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf