Silvester

Feuerwehr rettet Familie aus Flammen-Inferno

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Gerrit Pfennig und Timo Jann
Das Haus am Horster Damm (Altengamme) brennt lichterloh. Die Rettungskräfte holten acht Familienmitglieder aus dem Gebäude, fünf mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Das Haus am Horster Damm (Altengamme) brennt lichterloh. Die Rettungskräfte holten acht Familienmitglieder aus dem Gebäude, fünf mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Foto: Christoph Leimig / Leimig

Bergedorf. In der Silvesternacht gab es mehr als 2000 Einsätze bei Feuerwehr und Polizei. Den größten in Altengamme.

Bergedorf.  Es war die erwartet „heißeste Nacht des Jahres“: In der Silvesternacht sind die Berufsfeuerwehren und die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg zu 1091 Einsätzen ausgerückt – das entspricht einer Zunahme von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (991) und dem zweithöchsten Wert der vergangenen fünf Jahre, hinter dem Jahreswechsel 2013/14 (1099 Einsätze). In 817 Fällen handelte es sich um Rettungseinsätze, gefolgt von Bränden (271) und technischen Hilfeleistungen (3). Es gab viele Verletzungen durch Böller und Raketenteile, vor allem an Händen, Armen, Kopf und Augen.

Flammen schließen achtköpfige Familie ein

Der dramatischste Fall im Bezirk ereignete sich bereits vor Mitternacht: Gegen 19.50 Uhr fing ein Auto Feuer, das in einem Carport an einem Wohnhaus am Horster Damm stand. Die Flammen griffen schnell auf das Haus über und schnitten den Bewohnern den Weg ins Freie ab. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot von 75 Einsatzkräften aus. Neben der Berufswehren aus Bergedorf und Billstedt wurden die Freiwilligen von Altengamme, Curslack, Neuengamme, Krauel, Fünfhausen-Warwisch und der Bereichsführer Vierlande alarmiert.

Fünf Menschen kommen ins Krankenhaus

Über tragbare Leitern und eine Drehleiter brachten die Retter die acht Familienmitglieder ins Freie. Fünf Menschen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert – darunter auch eine 20-Jährige mit ihrem Kind (14 Monate). Die Nachlöscharbeiten an dem Haus dauerten bis 4 Uhr morgens, die Brandexperten des Landeskriminalamtes (LKA 45) ermitteln wegen des Verdachts auf Brandstiftung, möglicherweise fahrlässig herbeigeführt durch Feuerwerkskörper. Das Haus ist unbewohnbar.

Gasflasche explodiert in Garage

Es war nicht der einzige Brand im Bezirk: So geriet am Henriette-Herz-Ring (Neuallermöhe-Ost) am Sonntag, 0.45 Uhr, ein Schuppen in Brand. Das Feuer griff auf ein benachbartes Mehrfamilienhaus über, zwei Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Gegen 4.45 Uhr explodierte bei einem Brand in einer Garage am Gertrud- Werner-Weg (Nettelnburg) eine Gasflasche. Das Feuer griff auf mehrere Garagen in dem Komplex über, Autos, Motorräder und Hausrat wurden beschädigt, teilweise auch komplett zerstört. Mindestens fünfmal musste die Feuerwehr zu brennenden Müllcontainern ausrücken.

950 Einsätze bei der Polizei

Die Hamburger Polizei zog vorläufig eine positive Bilanz: Nach Angaben des Sprechers Timo Zill gab es zwischen Sonnabend, 21 Uhr, und Sonntag, 6 Uhr, 950 Einsätze. Besonders das Konzept auf St. Pauli scheint dabei aufgegangen zu sein. Am Kiez hielten sich demnach 45 000 Besucher auf, 10 000 feierten an den Landungsbrücken, 4000 am Jungfernstieg. „Aufgrund des besonders hohen Besucheraufkommens wurde die Große Freiheit insgesamt dreimal für den Fußgängerverkehr gesperrt, um eine Überfüllung zu vermeiden“, so Zill. Es habe (Stand

Sonntag) 100 Strafanzeigen, 75 Platzverweise und 57 Aufenthaltsverbote gegeben, 27 Personen seien in Gewahrsam genommen, zwölf vorläufig festgenommen worden. Es gab 14 Anzeigen wegen „Beleidigung auf sexueller Basis“ mit zehn Tatverdächtigen – weniger als bei den Vorkommnissen vor einem Jahr.

Ruhiger im Umland

Die für Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein zuständige Leitstelle-Süd in Bad Oldesloe verzeichnete an Silvester und Neujahr insgesamt 44 Brandeinsätze. „Für alle drei Kreise zählten die Disponenten 24 Mülleimer- und Containerbrände. Zehnmal mussten brennende Hecken oder Bäume gelöscht werden“, so Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes in Kiel.

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