Hilfssheriffs

Knöllchenschreiber kommen nach Bergedorf zurück

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Christina Rückert
Die Polizei bekommt Unterstützung: Ab Montag suchen auch Mitarbeiter des Parkraummanagements in der Bergedorfer und der Lohbrügger City nach Falschparkern.

Die Polizei bekommt Unterstützung: Ab Montag suchen auch Mitarbeiter des Parkraummanagements in der Bergedorfer und der Lohbrügger City nach Falschparkern.

Foto: Carsten Neff

Bergedorf. Mitarbeiter des Parkraummanagements des Landesbetriebs Verkehr sind ab Montag auch im Bezirk Bergedorf im Einsatz.

Bergedorf.  Die Schonfrist für Falschparker in Bergedorf ist vorbei: Ab kommender Woche werden im Bezirk wieder vermehrt Knöllchen geschrieben. Die Abteilung Parkraummanagement des Landesbetriebs Verkehr (LBV), die bisher vorwiegend in der Hamburger City unterwegs war, startet Montag mit ihren Kontrollen nun auch in Bergedorf. Sie verstärkt damit die Arbeit der Polizei-Außendienstler.

Fokus liegt im Innenstadtbereich

Dabei wird zunächst der Fokus auf den Innenstadtbereich von Bergedorf und Lohbrügge gelegt. „Es kann aber sein, dass das Gebiet in Absprache mit der Polizei später erweitert wird“, sagt LBV-Sprecher Uwe Thillmann. Auch personell ist nicht alles festgezurrt. Gestartet werde Montag zunächst mit drei bis vier Mitarbeitern. Sie sollen an allen Werktagen zweimal täglich die Innenstadtstraßen bestreifen.

„Dann ist es von der Reaktion der Autofahrer abhängig, wie wir weitermachen“, so Thillmann: Zeigten sich die Falschparker lernfähig, solle in kleinerer Besetzung nur noch an drei Werktagen der Parkraum überwacht werden. Andernfalls werde weiter engmaschig kontrolliert.

Zunächst werden Flyer verteilt

Doch eine kleine Schonfrist erhalten die Bergedorfer Autofahrer noch: „Am Montag gehen die Kollegen zunächst mit Flyern rum“, sagt Thillmann. Parksündern wird das Faltblatt mit Tipps zum richtigen Parken und „Nachhilfe“ über die Halteverbotsschilder hinter die Scheibenwischer geklemmt. Dienstag ist es dann aber mit dem Spaß vorbei: Dann gibt es für überzogene Parkscheine oder grobes Falschparken ein Knöllchen.

BOD wurde Ende 2013 aufgelöst

In den vergangenen Jahren wurde dieses Vergehen in Bergedorf vergleichsweise selten geahndet: Ende 2013 waren die Bezirklichen Ordnungsdienste (BOD) aufgelöst worden, die zuletzt hauptsächlich Knöllchen geschrieben hatten. Begründung: mangelnde Wirtschaftlichkeit. Als Knöllchenschreiber waren die Mitarbeiter zunächst jedoch gar nicht gedacht gewesen.

Zwar kontrollierte auch die Polizei weiterhin Parkverstöße, jedoch vor allem vor Rettungswegen. Für engmaschige Kontrollen fehlt auf den Wachen das Personal.

Falschparker spülen Geld in die Kasse

Das Parkraummanagement soll nun die durch den BOD entstandene Lücke füllen. Dafür ist die Zahl der Mitarbeiter auf fast 80 verdoppelt worden. Auch finanzielle Gründe spielen eine Rolle: Die verhängten Verwarn- und Bußgelder spülen zunehmend mehr Geld in die Kassen. Lagen die Einnahmen 2012 noch bei 1,59 Millionen Euro, waren es 2013 bereits 3,0 und 2014 sogar 3,5 Millionen.

Aktuelle Zahlen für 2015 gibt es noch nicht. Doch Uwe Thillmann betont, dass die Einnahmen nicht der alleinige Grund für die verstärkte Parkraumüberwachung sind: „Es geht auch darum, die Situation für alle zu verbessern.“ Vor allem Ladeninhaber würden klagen, dass ihre Kunden wegbleiben, wenn Falschparker die Plätze dauerblockieren.

Autos abschleppen lassen dürfen die Mitarbeiter der Parkraumüberwachung übrigens nicht: Ein solcher Eingriff auf öffentlichen Straßen und Flächen bleibt weiterhin der Polizei vorbehalten.

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