Bergedorf

„Eltern sollten mitmischen in der Schulpolitik“

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Elternkammer Bergedorfer Schulvertreter engagieren sich für Mitsprache und Inklusion

Bergedorf.  Bergedorfs Kreiselternrat schickt zwei neue Vertreter in Hamburgs Elternkammer: Die parteilosen Diplom-Soziologen haben vier Kinder auf drei Bergedorfer Gymnasien, versichern aber, die Interessen aller Schulformen vertreten zu wollen.

Stefanie Krüger aus Nettelnburg macht den Wunsch nach mehr Elternbeteiligung zu ihrem Hauptthema: „Es gilt, an den selbst verwalteten Schulen stärker mitzumischen und Einfluss zu nehmen“, wirbt die 55-Jährige etwa für die Mitgestaltung beim Umgang mit Vertretungsunterricht, bei der Terminierung von Klassenreisen, der Stundentaktung oder auch bei der Auswahl des Mittagessens. „Ich fand es auch gut, in der Findungskommission für die neue Schulleitung Gehör zu finden“, berichtet sie von der Wahl des neuen Rektors am Gymnasium Allermöhe.

Es sei wichtig zu betonen, dass Gymnasien und Stadtteilschulen gleichwertig seien, „nur haben sie unterschiedliche Wege, die Kinder zum Abitur zu führen“, sagt Krüger. Sie will nun einen „Bergedorfer Elterntag“ planen.

Nicht alle Kinder müssen unbedingt das Abitur machen, meint Axel Dreyer, der manchen Fünftklässler auf dem Gymnasium unglücklich sieht und eine gute Lehrstelle nicht verachtet. „Nicht umsonst musste etwa die Gretel-Bergmann-Schule eine komplett neue siebte Klasse einrichten“, sagt der 52-Jährige und warnt vor Fehleinschätzungen: „Wir brauchen auch an den Stadtteilschulen eine gute Durchmischung.“

Dreyer, der sich auch im Bundeselternrat für die Inklusion einsetzt, wirbt für die Anerkennung der Heterogenität: „Wir sollten alle Schüler bei ihren Potenzialen abholen. Auch die Kinder in der Mitte müssen gefördert werden“, sagt er im Hinblick auf die Begabtenförderung. Laut einer Petition von 2014 müsse jede Schule einen Begabungsbeauftragten haben: „Das Hansa hat schon jemanden gefunden, das Luisen-Gymnasium noch nicht“, gibt Dreyer Einblicke in die unterschiedlichen Schulen seiner Kinder. Während im Hansa aber das Mitspracherecht der Eltern eher gering sei, biete das Lui sogar ausführliche Klassenkonferenzen mit Schülern und Eltern.

All das seien Beispiele dafür, dass über Anträge an die Schulkonferenz viel zu erreichen sei, sagen die Elternvertreter – und gründen gerade in Bergedorf eine „AG Verkehr“: Gerade vor Grundschulen gebe es morgens ein Auto-Chaos durch bringende Eltern. Hier möge die Polizei stärker die Halteverbote kontrollieren.

Wer schulpolitische Fragen hat, kann sich per E-Mail an die beiden wenden, so etwa unter A.Dreyer@Elternkammer -Hamburg.de.

( stri )

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