Flüchtlinge

Dima-Sportcenter wird Zentrale Erstaufnahme

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Bettina Hesse
Das Dima-Sportcenter mit Platz für 1000 Personen, Großküche, Duschen und Toiletten diente in der Vergangenheit auch als Location für Sportevents und Feiern.

Das Dima-Sportcenter mit Platz für 1000 Personen, Großküche, Duschen und Toiletten diente in der Vergangenheit auch als Location für Sportevents und Feiern.

Foto: BGZ / Susanne Wieneke

Lohbrügge. Die Stadt Hamburg das Dima-Sportcenter gekauft, um dort eine Erstaufnahme für bis zu 900 Flüchtlinge einzurichten.

Lohbrügge.  Monatelang war das Dima-Sportcenter als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch, jetzt sind die Weichen gestellt. Wie die Finanzbehörde der bz gestern bestätigte, hat die Stadt Hamburg das Gelände am Freitag gekauft, um dort eine Zentrale Erstaufnahme mit 600 bis 900 Plätzen einzurichten. Betreiber wird der Malteser Hilfsdienst, frühestens im Mai sollen die ersten Flüchtlinge einziehen.

Noch Anfang Oktober war das Center am Havighorster Weg, das mit Platz für 1000 Personen, Großküche, Duschen und Toiletten auch als Location für große Sportevents und Feiern diente, für Hamburg keine Option. „Es passt nicht in unser Konzept“, hieß es damals. Dann nahm die Stadt das Objekt im Gewerbegebiet doch in Augenschein – und hat es jetzt zu einem als vertraulich eingestuften Preis gekauft.

Dima-Center wird Bergedorfs zweite Erstaufnahme

Das Dima-Center wird nach der Einrichtung an der Osterrade damit Bergedorfs zweite Erstaufnahme für Flüchtlinge. Wann der Standort in Betrieb genommen wird und wie viele Flüchtlinge genau dort Platz finden sollen, ist noch offen. „Das hängt von den baulichen Gegebenheiten ab“, sagt Kerstin Graupner, Sprecherin des Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF). Nach Ostern sei eine Informationsveranstaltung für die Bürger geplant, so Graupner weiter.

Über den Verkauf zeigt sich Dima-Chef Waldemar Kluch glücklich und wehmütig zugleich. „Als der Kaufvertrag am Freitag unterschrieben wurde, hatte ich schon ein komisches Gefühl, schließlich waren wir fast 25 Jahre hier“, sagt der Boxpromoter. Seine Vergangenheit, insbesondere eine bis Anfang 2015 verbüßte Haftstrafe, hatte zunächst für größte Zurückhaltung auf Seiten der Hansestadt gesorgt, als das Dima-Center als mögliche Flüchtlingsunterkunft ins Gespräch kam (wir berichteten).

Kluch sucht neuen Standort im Bezirk

Kluch will weiter eine Trainings- und Sportstätte betreiben, sucht bereits nach einem anderen Standort für das Fitness-Center und die Kampfsport-Abteilung des Dima-Centers in Bergedorf. Drei vier Angebote habe er auch schon.

Auch Heiko Schmitt ist nun gezwungen, eine neue Location zu finden. Sieben Jahre lang hat der Discjockey in der Tennishalle des Dima-Centers seine legendären Roller-Skater-Partys veranstaltet. Am Freitag nun musste er bei Facebook verkünden, dass die Roller-Disco am 12. März abgesagt ist.

Roller-Disco für 12. März ist abgesagt

„Ich bin natürlich traurig und auch etwas verärgert über diese Situation“, sagt Schmitt. 100 Skater, darunter auch Gruppen aus Hanau, Wiesbaden und München, hätten sich bereits für die Party angemeldet, teilweise schon Hotels gebucht. „Jetzt müssen und werden wir alle bereits verkauften Eintrittskarten zurückerstatten“, kündigt er an.

Doch auch Schmitt und sein Team denken nicht ans Aufhören, schauen sich bereits nach anderen Locations für die Roller-Disco um. „An zwei Standorten im Raum Hamburg sind wir schon dran“, sagt Schmitt. Er ist zuversichtlich, dass er seine Gäste noch dieses Jahr an anderer Stelle auf die Piste schicken kann.

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