Weidenbaumsweg

Radwege Neubau: CDU tritt auf die Bremse

| Lesedauer: 2 Minuten
Thomas Voigt
Vom Radweg hinter parkenden Autos auf die Fahrbahn  und in den Kreisel: Radwegsituation am Weidenbaumsweg.

Vom Radweg hinter parkenden Autos auf die Fahrbahn und in den Kreisel: Radwegsituation am Weidenbaumsweg.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf: Der Zickizack-Parcours am Weidenbaumsweg ist den Radlern ein Dorn im Auge. Doch einen Neubau will die CDU auf die lange Bank schieben.

Bergedorf.  Rauf auf den Radweg, runter auf die Fahrbahn, quer über die Bushaltestelle, rein in den Kreisel und wieder rauf auf den Radweg. Wer mit dem Fahrrad den Weidenbaumsweg in Richtung Norden ordnungsgemäß auf der rechten Fahrbahnseite befährt, findet sich auf einer ebenso abenteuerlichen wie gefährlichen Strecke wieder. „Für uns war das vor wenigen Jahren nur eine Übergangslösung, bis mit der Erschließung der Baugebiete zwischen Weidenbaumsweg und schleusengraben begonnen wird“, sagt Norbert Fleige. Um so mehr ärgert es nun den Verkehrspolitiker der Grünen, dass die Kollegen der CDU diesen 850 Meter langen Radweg-Abschnitt zwischen Nettelnburger Straße und Dusiplatz noch lange Zeit so lassen wollen, wie er ist – „bis zur nächsten Grundinstandsetzung des Weidenbaumswegs“, erklärte Jörg Froh (CDU) jetzt im Verkehrsausschuss. Und das kann Jahre dauern.

Radfahrstreifen oder Schutzstreifen?

Dabei hatte die Bezirksversammlung noch im Frühsommer 2015 das Planungsbüro Argus beauftragt, Varianten für eine durchgehende Verkehrsführung des Radwegs auf der Fahrbahn zu entwerfen. Argus-Ingenieur Markus Franke stellte den Verkehrspolitikern nun die Möglichkeiten eines Radfahrstreifens und die eines Schutzstreifens auf dem Asphalt vor. Der Unterschied: Ein Fahrradstreifen ist mit durchgezogener weißer Linie von der Auto-Fahrbahn abgetrennt, die von motorisierten Fahrzeugen nicht gekreuzt werden darf. Ein Schutzstreifen dagegen ist etwa 1,20 Meter schmaler und mit einer gestrichelten Linie abgetrennt. Diese Linie dürfen Autofahrer überqueren, wenn dadurch kein Radler beeinträchtigt wird und die Verkehrssituation es erfordert.

Kosten eine Million Euro oder mehr

Ein weiterer Unterschied liegt in den Kosten: Ein Schutzstreifen für Radler auf voller Länge zwischen Nettelnburger Straße und Dusiplatz würde laut Franke eine runde Million Euro kosten, der breitere Radfahrstreifen würde 250 000 Euro teurer werden. „Dafür müssten wir die Fahrbahn auf 9,70 Meter verbreitern, bei einem Schutzstreifen kämen wir mit 1,20 Metern weniger aus“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Die Folgen: Einem Radfahrstreifen müssten 40 der insgesamt 77 Parkplätze auf diesem Abschnitt weichen, außerdem 19 Bäume. Einem Schutzstreifen würden 21 Parkplätze und elf Bäume geopfert.

Erst die Sicherheit, dann die Bäume

„Verkehrssicherheit geht vor, daher fordern wir einen Radfahrstreifen“, sagt Reinhold Reumann, Sprecher des ADFC in Bergedorf. Er nennt die derzeitige Situation „einfach nur gruselig“. „Das muss dringend verbessert werden“, sagt auch Norbert Fleige und verweist darauf, dass bereits Planungskosten durch die Arbeit von Argus aufgelaufen sind. Verkehrspolizeichef Hans-Jürgen Gäth sieht die Sache weniger dringlich: „Kein Unfallschwerpunkt.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf