Sander Dickkopp

Lohbrügger Wahrzeichen wird zum "Start-up-Tower"

Der Düngemittel-Hersteller TerraPellet ist eines von zwei Start-up-Unternehmen, das bereits im  Sander Dickkopp beheimatet ist. Dahinter stecken Thomas Voß, Umweltingenieur an der TU-Harburg, und Wasserturm-Eigentümer Jörn Schmidt.

Der Düngemittel-Hersteller TerraPellet ist eines von zwei Start-up-Unternehmen, das bereits im Sander Dickkopp beheimatet ist. Dahinter stecken Thomas Voß, Umweltingenieur an der TU-Harburg, und Wasserturm-Eigentümer Jörn Schmidt.

Foto: Bettina Biester / BGZ

Lohbrügge. Lange Zeit war die Zukunft des Sander Dickkopps ungewiss. Jetzt wird er saniert und soll junge und kreative Unternehmen beheimaten.

Lohbrügge.  Groß und scheinbar unzerstörbar steht er da, der Sander Dickkopp am Richard-Linde-Weg in Lohbrügge. Lange Zeit war unklar, wie es mit dem Wasserturm weitergeht. Die Bausubstanz ist über Jahrzehnte vernachlässigt worden, mehrere Pächterwechsel in der im Erdgeschoss beheimateten Gastronomie sorgten für Unruhe. Jetzt ist eine nachhaltige Nutzung des Wahrzeichens in Sicht. Während das Restaurant „Sander Dickkopp“ im Erdgeschoss erhalten bleibt, will Eigentümer Jörn Schmidt den oberen Teil in einen Start-up-Tower verwandeln.

Zwei Start-up-Unternehmen – die TerraPellet und die „my green invest“ GmbH – sind bereits im Turm untergebracht. An beiden ist Schmidt beteiligt. Geht es nach ihm, sollen noch weitere folgen: „Ich denke da nicht nur an Start-ups, sondern auch an kleine Kreativbetriebe wie PR- oder Design-Agenturen.“ In loftartigen Gemeinschaftsbüros auf einer Fläche von etwa 240 Quadratmetern, verteilt auf mehrere Ebenen, könnten sie unterkommen.

Sanierung in enger Absprache mit dem Denkmalamt

Doch bis es soweit ist, bleibt noch jede Menge zu tun. Derzeit lässt Schmidt den Innenbereich des 31 Meter hohen Turms komplett sanieren. Neue, breitere Stahlfenster, die einen Blick über Lohbrügge freigeben, hat er bereits einsetzen lassen. Sie waren eine Auflage der Feuerwehr, um im Falle eines Brandes anleitern zu können. Auch das Stahlkorsett ist saniert, eine neue Abtropfkante angefertigt und installiert worden. „Es ist ein richtiger Nutzungs- und Sanierungsplan erstellt worden – und das in enger Absprache mit der Denkmalbehörde, dem Bauamt und der Feuerwehr“, betont der 42-Jährige.

Bis Ende des Jahres will Schmidt, der den Turm 2011 gekauft hat, mit den Arbeiten fertig sein. Nächstes Jahr soll die Sanierung des Außenbereichs folgen. Die Kosten beziffert er auf einen „höheren sechsstelligen Betrag“. Geld, das der Unternehmer gern in sein „Liebhaberprojekt“ investiert.

Denkmalgutachter hegt Zweifel

Die Kulturbehörde zeigt sich begeistert vom Engagement des Bergedorfers. „Das Denkmalschutzamt ist sehr froh darüber, dass sich ein neuer Eigentümer gefunden hat, der den Turm im Sinne der Denkmalpflege nutzt und saniert“, sagt Sprecher Enno Isermann.

Für Denkmalgutachter Geerd Dahms hören sich die Pläne gut an, er will sich aber nicht zu früh freuen: „Ich kenne den katastrophalen Zustand des Bauwerks. Eine fachgerechte Sanierung des Turms vom Sockel bis zur Zinne dürfte locker 1,5 Millionen Euro kosten.“ Ein Großteil des Mauerwerks müsste ausgetauscht, der Anstrich des Turmkopfs mit der sogenannten „Elefantenhaut“ entfernt werden, die Feuchtigkeit weder herein- noch herauslässt. Dahms hofft daher, dass der Turm nicht nur einen neuen Anstrich erhält.