Bergedorf

Uralt-Bebauungsplan für Holtenklinker Straße bleibt

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Stadtentwicklung Radwege und Parkplätze sind der Grund

Bergedorf.  TB 508 – so heißt der 54 Jahre alte Teilbebauungsplan, der an der Holten-klinker Straße für Ärger sorgt. Er verhindert den Umbau von Häusern, weil an der Fahrbahn irgendwann neue Parkplätze entstehen und der Fahrradweg ausgebaut werden soll. Einen neuen Bebauungsplan werde es an dieser Stelle daher nicht geben, teilt das Bezirksamt mit und schiebt den schwarzen Peter der Hamburger Verkehrsbehörde zu.

Konkret geht es hauptsächlich um den südlichen Bereich der B 5 zwischen August-Bebel-Straße und Arnoldistieg. Dort möchte der Anlieger Paulo Jorge Silva Cruz sein Haus nach oben hin vergrößern. Doch das wird ihm vom Bauamt verwehrt, weil der vordere Teil des Hauses auf der Nebenverkehrsfläche liegt, die von dem Teilbebauungsplan erfasst wird.

Im Stadtentwicklungsausschuss antwortete das Bezirksamt jetzt auf eine Anfrage, die die SPD-Fraktion im August in der Bezirksversammlung gestellt hatte. Die Verwaltung teilte darin mit, dass der vierspurige Ausbau der B 5, der ursprüngliche Grund für den Teilbebauungsplan, nicht mehr verfolgt werde. Dennoch habe die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) auf „den langfristigen Bedarf eines regelkonformen Ausbaus der Nebenflächen der Holtenklinker Straße hingewiesen“. Eine Bebauungsplan-Änderung hält das Bezirksamt nicht für erforderlich.

Konkrete Umbaupläne gebe es für diesen Bereich noch nicht, sagt BWVI-Sprecherin Susanne Meinecke auf bz-Anfrage. „Es geht an dieser Stelle auch noch um den ruhenden Verkehr, der bisher im Straßenquerschnitt gar nicht auftaucht.“ So solle es perspektivisch neue Parkplätze geben – und die bräuchten Platz.

Auf das Beispiel des Anliegers Silva Cruz angesprochen, teilt Meinecke mit, dass es an der Straße aus „entschädigungsrechtlichen Gründen“ keine Aufwertung der bestehenden Häuser geben dürfe. Im Klartext: Weil sich die BWVI für die Zukunft irgendwann den Ausbau von Parkplätzen und Radwegen offenhalten möchte, darf der Bergedorfer nicht aufstocken – damit die Behörde Kosten spart, falls sie sein Haus schlimmstenfalls abreißen lässt.

Ob die Diskussion um die Holtenklinker Straße damit beendet ist, wird sich zeigen. Silva Cruz hatte bereits angekündigt, sich einen Anwalt zu nehmen. Er will gegen den Baustopp im Zweifel gerichtlich vorgehen.

( rpf )

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