Saisonstart mit Hitler und zwölf Tenören

Von Anne K. Strickstrock

Bergedorf.
Raus aus dem Freibad, rein ins Theater: Die Bühnensaison startet. Schon in drei Wochen stellt sich Peter Bongartz im Haus im Park als "Mentor" vor (siehe Interview), gefolgt von Hellmuth Karasek, der als "alter Meister" am 1. November Episoden aus seinem Buch "Soll das ein Witz sein?" vorstellt. Weniger unterhaltsam mutet nur auf den ersten Blick das Hitler-Stück "Er ist wieder da" an: Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel, kommt der Mann mit dem Obertlippenbart daher - und will zum Fernsehen. Denn mit Propaganda kennt er sich ja aus. "In Altona war die Produktion lange ausverkauft. Wir freuen uns jetzt, die Mediensatire an drei Abenden in Bergedorf zeigen zu können", sagt Gastspielmanager Peter Offergeld.

Dass unterdessen in Ottersdorf ein Mann leidet, weil seine Lieblingsbank nun das Schild "Nur für Juden" trägt, erfahren Theatergänger von Peter Bause, der gleich neun Rollen in dem Stück "Die Judenbank" einnimmt - und in seiner Not, Hitler darum bittet, ihn zum Juden zu machen.

Fröhliches dagegen versprechen bekannte Gesichter wie Lisa Fitz, Wilfried Schmickler, Wigald Boning und Christian Ehring bei den "Komik-Comedy-Kabarett-Wochen". "Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte", meint etwa der Kabarettist Bernd Stelter (4. November). Ein neues Live-Programm präsentiert auch Johann König, der sich mit der "Milchbrötchenrechnung" als "glutenfreier Geschmacksverstärker des deutschen Humors" anpreist und sein Publikum am 14. November da abholen will, wo es gar nicht ist.

Musikalisch geht es Ende November zu, wenn "Backbeat" die Beatles in Hamburg auferstehen lassen (29.11.), nur einen Tag später sind "Die 12 Tenöre" zu Gast und schmettern klassische Arien oder auch ein neu choreografiertes Michael-Jackson-Medley.

Für alle Abende sind noch Karten zu haben. Dienstags bis freitags ist das Abo- und Vorverkaufsbüro am Gräpelweg von 14 bis 18 Uhr geöffnet.