Google wirbt mit der Sternwarte

Von Ulf-Peter Busse

Bergedorf.
Ein Besuch auf der Bergedorfer Sternwarte wird in diesen Wochen einem Millionen-Publikum vorgeschlagen. Internet-Gigant Google hat das Observatorium an die Spitze seines neuen Werbespots gestellt, der auf allen deutschen Fernsehkanälen und in zahlreichen Kinos läuft. Im eine Minute langen Streifen wird die neue Google-App vorgestellt, die per Spracheingabe funktioniert und Antworten auf alle Fragen des Lebens zu wissen scheint.

"Wir wollen den Blick öffnen für die Vielfalt unserer Suchergebnisse", sagt Google-Sprecher Kay Oberbeck über die Kampagne, die von der Amsterdamer Agentur 72andsunny in Zusammenarbeit mit dem deutschen Google-Marketingteam entwickelt wurde. "Es geht um Neugier, Emotionalität und alle Ideen, die jedem plötzlich irgendwo unterwegs in den Kopf kommen. Eben den ganz normalen Alltag, der durch Informationen aus dem Internet noch spannender werden kann - vor allem wenn sie über mobile Geräte wie Handys oder Tablet-Computer abgerufen werden." So gelangte auch die Sternwarte in den Spot: Weil die Google-Zentrale für Nordeuropa in Hamburg sitzt, sinnierte Marketing-Chef Rainer Saborny hier über einen Begriff, der für ihn nach Abenteuer klingt. Er gab auf seinem Tablet "Sternwarte" ein - und es wurde der Weg zum Gojenberg in Bergedorf angezeigt.

Genau so beginnt jetzt auch der Werbespot, wobei dort eine Linie blauer Punkte über den Gojenbergsweg hin zur Sternwarte läuft. Anschließend folgt die Aufforderung: "Eine Frage kann der Beginn eines Abenteuers sein." Dann folgen weitere Fragen, etwa nach dem Nordkap, einer Regenbogenfamilie oder nach der Vokabel für "Herzlichen Glückwunsch" auf Türkisch.

Ob Google dem Wunsch nach einem Abenteuer auf der Sternwarte auch Taten folgen lässt, bleibt abzuwarten: Als Kay Oberbeck 2010 bei einem Diskussionsforum zum Thema Soziale Medien auf Einladung unserer Zeitung auf der Sternwarte war, gab es dort den Wunsch, Kamerafahrten durch das Innenleben der Kuppelbauten mit Unterstützung von Google zu erstellen. Mit diesem Besuch will Oberbeck den jetzigen Werbespot aber nicht in Verbindung bringen: "Das wäre zwar eine schöne Geschichte. Aber dass wir jetzt das Thema Sternwarte aufgreifen, hat mit mir nichts zu tun."