Vandalismus macht mürbe

Neuallermöhe
(stri).
Wer ist der ominöse Schütze, der vor mehr als einer Woche zwei Fenster des Bürgerhauses Allermöhe mit einer großkalibrigen Waffe beschoss? Die Polizei hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, bestätigt Kripo-Chef Jörg Nowostawski: "Es wurde wohl in der Nähe ein Mann mit Waffe gesehen, aber das ist alles noch Spekulation."

Ersetzt sind die Fenster unterdessen noch nicht, "sie müssen extra angefertigt werden", sagt Bürgerhaus-Chef Uwe Jensen, der über vermehrte Vandalismusschäden klagt: "Statt früher einmal, melde ich jetzt schon dreimal monatlich irgendwelche Schäden. Das deprimiert irgendwie."

Ähnlich geht es Christoph Seemann und seinen 43 Parzellen-Nachbarn im Kleingarten-Verein der "Wühlmäuse" am Westensee: Nach wenigen Monaten gibt der Familienvater nun seinen Garten auf - weil schlichtweg zuviel randaliert wurde: "Der Betonfuß des Stahltores wurde herausgerissen, mein Fahnenmast umgestürzt, die Deutschland-Flagge geklaut. Auch Lampen und der Rasenmäher sind verschwunden, obwohl der am Zaun angekettet war." Er mag kaum noch zu seinem Garten gehen, "weil immer was anderes kaputt ist, das geht zu sehr ins Geld".

Dabei bereitet ihm die Kriminalitätsstatistik aus dem Stadtteil "keine schlaflosen Nächte", meint Jörg Nowostawski: "Es ist nicht dramatisch, aber einen Anstieg gab es hamburgweit". Für Neuallermöhe heißt das, dass 2011 noch 36 Wohnungseinbrüche gezählt wurden, 2014 waren es schon 85. Wen es beruhigt: Die Aufklärungsquote stieg in dieser Zeit von 5,6 auf 7,1 Prozent. Allerdings seien viele Mietwohnungen im Stadtteil auch wirklich schlecht gesichert, betont die Kriminalpolizei und verweist auf ihre "kostenlose und markenneutrale" Präventionsberatung.

Damit sich die Menschen im Stadtteil auch im Dunkeln wohler fühlen, hatte sich zuletzt der Stadtteilbeirat dem Thema Licht angenommen - und sichtete auf einer "Beleuchtungsrallye" allein 25 defekte Lampen auf öffentlichen Wegen, vorwiegend übrigens im östlichen Teil von Neuallermöhe. Im westlichen Teil, so Stadtteilentwickler André Braun, würden zusätzliche Lampen gewünscht: Eine Liste mit 50 möglichen Standorten wurde nun dem Landesbetrieb geschickt, der für Straßen, Brücken und Gewässer zuständig ist.

"In meinem Kleingarten wird immer wieder was kaputtgemacht." Christoph Seemann, Pächter