Berufsorientierungstag

Betriebe geraten zunehmend in Not, geeignete Azubis zu finden

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Bergedorf-West (tv). Immer mehr Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze mit qualifizierten Nachwuchskräften zu besetzen.

Das wurde gestern Vormittag beim Berufsorientierungstag (BOT) 2013 für Schüler wieder einmal deutlich. Zum zweiten Mal hatte die Bergedorfer Ausbildungsinitiative die Stadtteil- und Gewerbeschüler zum Treffen mit potenziellen Arbeitgebern der Region in die Gewerbeschule 19 geladen. Mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler nutzten die Möglichkeit, Kontakt mit örtlichen Unternehmen zu knüpfen, darunter Hauni Maschinenbau, Hypovereinsbank, die Ibis Hotels, Pflegen & Wohnen oder die Innungen von Kfz-Handwerk und Schornsteinfegern.

"Zwei von drei Kfz-Mechatroniker-Lehrlingen, die wir in diesem Jahr eingestellt haben, kommen aus Ostdeutschland", sagt Hermann Odemann, Ausbildungsleiter bei der MAN Truck & Bus Service GmbH in Moorfleet. "Die haben sich hier Zimmer gemietet. Bei denen wissen wir wenigstens, dass sie wirklich bei uns arbeiten wollen." Vielen anderen Bewerbern mangelt es nach seinen Worten nicht nur an Kenntnissen in Mathe oder Physik, sondern mehr und mehr an Disziplin: "Wenn 15 Leute sich zum Einstellungstest anmelden, dann kommen vielleicht acht." Um so erfreuter zeigte sich Odemann über den Verlauf dieses BOT: "Ein paar ernsthafte Interessenten waren hier."

Einer Anregung der Industrie- und Handelskammern, künftig auch Studienabbrechern der Fächer Maschinenbau oder Elektrotechnik Lehrstellen im Metallhandwerk anzubieten, steht Odemann aber offen gegenüber: "Wenn mir so ein gereifter Bewerber seine Wahl plausibel macht, warum nicht?"

Maike Brätsch, Geschäftsführerin von Kurt Brätsch Kompressoren in Bergedorf, sieht das ähnlich: "Ein Studienabbrecher als Feinmechaniker-Lehrling - auch das wäre eine Lösung. Wir locken derzeit schon Abiturienten mit einer auf zweieinhalb Jahre verkürzten Lehrzeit an." Die Bilanz des BOT nennt sie "eher durchwachsen: Drei echte Interessenten waren hier, die anderen 50 haben nur ihren Stempel auf dem Vordruck ihres Klassenlehrers abgeholt".

Begeistert über die Resonanz äußerte sich Filialleiterin Andrea Meyer von der Bergedorfer Hypovereinsbank: "Es ist uns gelungen, viele junge Gäste für das Bankfach zu interessieren. Die haben auch richtig gute Fragen gestellt. Ich glaube, wir werden keine Nachwuchssorgen haben."

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