Silvesterbilanz

Feuerwehr im Dauereinsatz – Toter mit Bauchverletzung

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Bergedorf. Viele Brände, mehrere Verletzte und ein mysteriöser Todesfall – Hamburgs Rettungskräfte waren in der Silvesternacht im Dauereinsatz.

1076 Mal rückte die Hamburger Feuerwehr zwischen 18 und 6 Uhr aus, im Vorjahr waren es 1104 Einsätze. Es sei ein „ereignisreicher und überdurchschnittlicher Jahreswechsel“ gewesen, sagt Feuerwehrsprecher Hendrik Frese. Die Hamburger Polizei zählte 4781 Notrufe, die zu 2981 Einsätzen führten.

Gegen 1 Uhr wurden die Retter an die Seehafenbrücke in Harburg gerufen. Ein 32-Jähriger, der mit Freunden auf der Straße feierte, war zusammengebrochen. Er starb noch im Rettungswagen. Im Krankenhaus fanden die Ärzte einen Fremdkörper in seinem Bauch. „Wie er dahin gekommen ist, weiß man im Moment noch nicht“, berichtet eine Polizeisprecherin. Es könnte sich um einen Einschuss oder Einstich, aber auch um ein Stück von einem Böller handeln. Unklar sei auch, ob sich der Mann selbst verletzt habe oder es sich um ein Tötungsdelikt handele. Die Mordkommission ermittelt.

In Rahlstedt und in Niendorf erlitten zwei siebenjährige Kinder durch Feuerwerkskörper so schwere Brandverletzungen, dass sie in Krankenhäuser gebracht werden mussten.

Auch in Bergedorf mussten Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren und die Polizei zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Unter anderem wurden sie um 0.56 Uhr in die Straße Am Brink gerufen. Eine Silvesterrakete war durch ein geöffnetes Fenster einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses geflogen. Durch das Feuer erlitten zwei Menschen eine leichte Rauchgasvergiftung. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht. Kurz zuvor hatte auch an der Walter-Becker-Straße eine verirrte Rakete in einer Wohnung eine Gardine in Brand gesetzt. Die Bewohner konnten das Feuer jedoch selbst löschen.

„Wir sind zwischen 18.30 und 4 Uhr insgesamt 40 Einsätze gefahren, allein dreimal haben sich Leute durch Böller am Auge verletzt. Gleich um neun Minuten nach Mitternacht versorgten wir einen 52-Jährigen am Neuengammer Hausdeich, dessen Auge verletzt war“, sagt Uwe Lembke. Der Wachabteilungsleiter der Bergedorfer Feuerwache berichtet zudem von Unfällen, Schlägereien und brennenden Containern. „Es war eine unruhige Nacht für unseren Zehn-Mann-Löschzug.“

Die Bergedorfer Polizei meldet mit 43 Einsätzen (20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens) eine eher durchschnittliche Silvesternacht. Gleich mehrmals mussten die Beamten jedoch zu Schlägereien ausrücken. So kam es gegen 3 Uhr morgens in einem Veranstaltungsraum am Friedrich-Frank-Bogen zu einem Aufruhr, als eine Frau vermutlich von einer fliegenden Flasche am Kopf getroffen wurde. Ein Zeuge meldete der Polizei daraufhin, er habe bei einem Gast eine Schusswaffe am Hosenbund bemerkt. Beamte nahmen den Verdächtigen mit auf die Wache, entließen ihn aber wieder, da keine Waffe bei ihm gefunden wurde. Auch im Bürgerhaus Allermöhe kam es bei einer Feier zu einem handgreiflichen Streit, den die Polizei schlichten musste. Verletzt wurde offenbar niemand.

Die Beamten wurden auch hinzugerufen, als um 23.30 Uhr am Weidenbaumsweg aus ungeklärter Ursache ein Wohnwagen ausbrannte. Wie sich herausstellte, wurde das Fahrzeug aber nicht mehr benutzt. An der Töpfertwiete wurde zudem ein Stromkasten demoliert – vermutlich durch Silvesterböller.

( bgz )

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