Verein feiert

Bergedorfer Mühle ist jetzt Technikdenkmal

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Ulf-Peter Busse

Foto: BGZ / Ulf-Peter Busse / Ulf-Peter Busse

Bergedorf. Sechs Jahre Arbeit haben sich gelohnt: Sonntag feiert der Verein Bergedorfer Mühle sein Werk – den frisch sanierten Galerieholländer an der Chrysanderstraße 52a. Von 14 bis 17 Uhr wird Besuchern das jetzt voll funktionsfähige Technikdenkmal, Baujahr 1831, in allen Details vorgeführt.

„Seit im vergangene Herbst die neuen Flügel montiert wurden, laufen uns die Menschen die Türen ein“, freut sich Mühlenvereins-Chef Bruno Kluß. „So viel Unterstützung – auch finanzieller Art – hätten wir eigentlich während der Sanierung gebraucht.“ Aber zum Glück seien die nötigen 325.000 Euro an Fördermitteln diverser Stiftungen und Spenden an den Verein auch so zusammengekommen. „Wir sind nahezu in dem Kostenrahmen geblieben, den wir 2005 geplant hatten, waren sogar vier Jahre schneller, als vom Denkmalschutzamt gefordert.“

Das klingt geradezu bescheiden, denn der 64-jährige Vorsitzende hat mit einem fünf Männer kleinen Team selbst dafür gesorgt, dass alles bezahlbar blieb: Insgesamt 15.000 Arbeitsstunden leistete die mittlerweile komplette Rentner-Truppe seit 2005 in der Mühle: Sie bauten Büro, Toiletten, Lager und Ausstellungsraum, erledigten Pflasterarbeiten, reparierten das 180 Jahre alte Gebälk. Nur für die Mühlen-Mechanik, die neuen Flügel und weitere Funktionsteile wurden professionelle Mühlenbauer aus Holland engagiert.

„Ein großartiges Gefühl, dass wir jetzt wieder eine windgängige Mühle in Bergedorf haben“, sagte Kluß gestern beim Blick auf die selbst bei seichtem Wind rotierenden tonnenschweren Flügel. „Ganz ehrlich: Ich hätte nicht gedacht, dass diese riesige Konstruktion so leicht läuft.“

Davon können sich die Besucher am Sonntag selbst überzeugen. Der Mühlenverein wird alle Funktionen des Bauwerks vom Rotieren der Flügel über die Haferquetsche bis zum Sackaufzug in Bewegung bringen. Neben Führungen gibt es Kaffee und Kuchen – und die Möglichkeit, die Ausstellung der Reinbeker Malerin Margaret Odefey-Tanck im Ausstellungsraum zu besichtigen (Vernissage schon Sonnabend, 16 Uhr).

Für Bruno Kluß, sein Team und die gut 100 weiteren Vereinsmitglieder bedeutet die Einweihung zwar das Ende der Sanierungsarbeiten. Aber weniger Zeit für andere Hobbys dürften sie dennoch nicht haben: „Die Nachfrage von Schulklassen, Kita-Gruppen und neuerdings auffallend vielen Betriebsfest-Organisatoren ist riesig“, sagt der Vorsitzende. „Jetzt muss das Technikdenkmal laufen.“ Außerdem ist immer etwas zu reparieren: Als nächstes muss der Mahlgang wieder fit gemacht werden. Damit in Bergedorf endlich wieder mit Windkraft Korn gemahlen werden kann.

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