Sport- und Kulturausschuss

Billtalstadion: Sportamt stellt sich der Kritik

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Bergedorf (he). Mut hat er: Rainer Hansen, Chef des Hamburger Sportamtes, hat sich für den heutigen Montag beim Bergedorfer Sport- und Kulturausschuss angesagt.

Der tritt um 17.30 Uhr im Künstlerhaus, Möörkenweg 18g, zusammen. Neben der Förderung kultureller Projekte und der Finanzierung und damit Zukunft der beliebten Bergedorfer Jugendtheatertage und des Jugendmusikanten-Wettstreits steht erneut Hamburgs zweitgrößte Sportstätte auf der Tagesordnung, das Billtalstadion.

"Herr Hansen hat schon angekündigt, dass er uns erklären will, wieso er auf einmal das Billtalstadion nicht sanieren will", sagt Horst Kriegsmann, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Das wird Hansen schwer fallen, war er doch selbst zugegen, als von ihm beauftragte Experten verschiedene Planungen für dieses Projekt und die Kosten - gut drei Millionen Euro - im Bergedorfer Fachausschuss präsentierten.

Die Kostenprognosen für verschiedene Laufbahn-Varianten erwiesen sich, wie berichtet, bald als falsch. In einer Mitteilung vom 5. November 2008, die dem Fachausschuss zur aktuellen Sitzung zuging, hatte die zuständige Behörde für Kultur, Sport und Medien aber noch erklärt: "Das Kunstrasenspielfeld soll 2009 errichtet werden, die übrigen Maßnahmen 2011 und 2013." Dann die Einschränkung: "Die bisher vorgesehene Umsetzung der Maßnahmen steht außerdem unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Denkmalschutzamtes."

Die Denkmalschützer haben nach "bz"-Informationen allerdings lediglich Bedenken gegen den Umbau der Laufbahn geäußert, was auch die Behörde bestätigt. In Kreisen Bergedorfer Sportpolitiker und Vereine nährt dieser Umstand den Verdacht, dass andere Interessen gegen den Kunstrasenbelag für das Billtalstadion stehen: dass etwa das Stadion Sander Tannen der Oberliga-Fußballer vom ASV Bergedorf 85 stattdessen entsprechend ausgestattet werden soll.

Auf der Tagesordnung des Ausschusses steht ein weiteres Reizthema: So wird es erneut um die Weigerung Hamburgs gehen, eine fünf- bis sechsstellige Summe für die Instandsetzung des ehemaligen Kunstrasenplatzes an den Gewerbeschulen bereitzustellen. Von jährlich jeweils vierstelligen Summen hängt auch die Zukunft der Jugendtheatertage und des Jugendmusikantenwettstreits ab. Mit dem Ende des Bergedorfer Lichtwarkvereins entfiel die Finanzierung der seit Jahrzehnten beliebten Wettbewerbe.

"Herr Hansen will erklären, wieso er auf einmal das Stadion nicht mehr sanieren will." Horst Kriegsmann (CDU)

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