Kinderbetreuung

300 Hortplätze reichen nicht

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Ulf-Peter Busse

Bergedorf. Morgen feiert die Grundschule Nettelnburg einen Service, ohne den viele Eltern vielleicht ihren Arbeitsplatz verloren hätten: den Hort in der Schule. Betrieben von der Kita Wiesnerring bietet er dem Nachwuchs in einem Pavillon am Fiddigshagen seit fünf Monaten Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Sport nach Schulschluss.

Bauantrag gestellt: Am Max-Eichholz-Ring soll ein Neubau 120 Hortkinder aufnehmen.

Eine wichtige Einrichtung für berufstätige Eltern, denn der Unterricht von 8 bis 13 Uhr reicht nicht einmal für einen Halbtagsjob.

Bereits heute ist klar, dass die 45 Plätze bei weitem nicht ausreichen. "Es gibt intensive Gespräche mit dem Schulrat, das Angebot auszuweiten", bestätigt Angela Dobinsky, Regionalleiterin für Bergedorf und Billstedt bei der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten. Allerdings müsse erst abgewartet werden, ob die Grundschule Nettelnburg im Zuge der Schulreform vielleicht Ganztagsschule werde.

Auch an vier anderen Bergedorfer Standorten wurde die Zahl der Hortplätze im vergangenen September quasi aus dem Stand erheblich aufgestockt. Insgesamt stieg ihre Zahl um mehr als 200 Prozent auf jetzt etwa 300. "Und wir haben Bedarf an 100 Plätzen", sagt Dobinsky.

Die Nachfrage ist regional allerdings sehr unterschiedlich. So glaubt die Vereinigung, mit den 25 Hortplätzen an der Schule Friedrich-Frank-Bogen in Bergedorf-West gut aufgestellt zu sein - vor allem, weil dort geplant ist, Ganztagsschule zu werden. Und an der Mendelstraße in Lohbrügge sind von möglichen 50 bis 80 Plätzen sogar nur 30 belegt.

Dringende Aufstockung des Hort-Angebots brauchen dagegen zwei andere: Die Anton-Rée-Schule in Neuallermöhe würde die Zahl ihrer Plätze gern sofort auf 50 verdoppeln. Und die Schule Max-Eichholz-Ring in Lohbrügge braucht - obwohl mit 100 Plätzen bereits deutlicher Spitzenreiter im Bezirk - ebenfalls noch Zuwachs. "Dort haben wir gerade den Bauantrag für einen Hort mit 120 Plätzen gestellt. Er könnte zum Jahreswechsel eingeweiht werden", sagt Angela Dobinsky - und fügt sicherheitshalber hinzu: "Das Gebäude bietet dann noch Ausbaureserven."

Zum nächsten Schuljahr solle jede Familie ihre benötigten Hortplätze bekommen: "Es herrscht heute ein reger fachlicher Austausch zwischen Lehrern und Hort-Erziehern über die Kinder. Deren Entwicklung kann so sehr effektiv unterstützt werden." Wie das in der Praxis funktioniert, wird morgen, 15 Uhr, ausführlich in der Schule Nettelnburg erläutert.

Anton-Reé-Schule will Angebot ausbauen

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