Stadtteil

"Tausch-Kaufhaus" öffnet in Lohbrügge

Anne K. Strickstrock

Lohbrügge. Die Hamburger Arbeit (HAB) plant zwei neue Beschäftigungsprojekte in Lohbrügge: 35 Menschen, die seit mehreren Jahren arbeitslos sind, sollen wieder eine neue Aufgabe finden. Am Ende des "Lindwurms", am Kurt-Adams-Platz, will die HAB eine gut 200 Quadratmeter große Gewerbefläche anmieten und hier ein "Tausch-Kaufhaus" eröffnen.

Zudem ist eine Stadtmeisterei geplant, die den Stadtteil in Ordnung halten soll.

Zeitgleich soll eine "Lohbrügger Stadtmeisterei" an den Start gehen.

15 Menschen können künftig im Stadtteil aufräumen, die Fahrradwege säubern und Spielplätze reparieren - "so ähnlich, wie es die Stadtmeisterei in Bergedorf tut", sagt HAB-Bereichsleiter Stefan Clotz, der hofft, dafür Lohbrügger zu finden, die lange nicht vermittelt werden konnten. Zugewiesen werden die Menschen über das Job-Center. Das Besondere: Es handelt sich nicht um auf zehn Monate befristete Ein-Euro-Jobs, sondern um richtige Festanstellungen. "Wir bieten Zwei-Jahres-Verträge an, die auch verlängert werden können", sagt Clotz.

Das zweite Projekt ist ein "Tausch-Kaufhaus", mit dem die HAB bereits in Neugraben Erfahrung sammeln konnte. Hier muss niemand mit barem Geld bezahlen. "Die Leute können zum Beispiel drei Hosen bringen und im Gegenzug eine gebrauchte Kinderkarre mitnehmen", erklärt der Bereichsleiter. Vor allem Spielzeug und Kleidung sollen in den Regalen liegen. "Die Kleidung werden wir natürlich erst waschen", sagt Sozialpädagoge Clotz.

20 Arbeitsplätze will er am Kurt-Adams-Platz schaffen. Eine Sozialpädagogin und zwei Mitarbeiter, die das Team anleiten, werden zudem vor Ort sein. In einem abgetrennten Raum wollen sie auch dabei helfen, Bewerbungsschreiben zu verfassen. "Wenn alles gut geht, wollen wir bald die Räume umbauen und das Tausch-Kaufhaus im März mit einem Fest eröffnen", sagt Clotz.

Am Bedarf für ein solches Tauschhaus kann kaum gezweifelt werden. Schließlich leben viele sozial schwache Familien in Lohbrügge. Allein im "Lindwurm" am Röpraredder, dem grau-weißen Komplex mit 258 Wohnungen, leben viele Hartz-IV-Empfänger. 80 Prozent der Bewohner wurden nicht in Deutschland geboren.

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