Schnelles Internet

Miko-Net will Richtfunk im Landgebiet ausbauen

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Michael Kolle (Miko-Net) nimmt Bezug auf den Titel unserer Zeitung: „Schlechtes Internet muss nicht sein.“

Michael Kolle (Miko-Net) nimmt Bezug auf den Titel unserer Zeitung: „Schlechtes Internet muss nicht sein.“

Foto: Miko-Net

Schlechtes Internet in Bergedorf? Das muss nicht sein, sagt Michael Kolle. Mit „Flinkk“ bietet er ein stabiles Netz .

Hamburg. „Bergedorfs Internet ist das schlechteste in Hamburg“ – so titelte unsere Zeitung Ende Oktober mit Bezug auf eine Umfrage vom Wirtschaftsverband WSB. „Das muss nicht sein“, ist Michael Kolle, Geschäftsführer der Miko-Net GmbH vom Allermöher Deich, überzeugt. Vor drei Jahren hat sich das Bergedorfer Start-up auf die Fahnen geschrieben, „der ewigen Ignoranz der staatlichen Versorger entgegenzutreten“ und unter dem Namen „Flinkk“ eine Internetversorgung per Richtfunk für die Vier- und Marschlande entwickelt.

Der Richtfunkmast ermöglicht schnelles Internet für mehr als 200 Haushalte

Mittlerweile hat der Internetversorger einen Richtfunkmast mit 45 Meter Höhe am Kiebitzdeich fest installiert und versorgt laut eigener Auskunft von dort aus mehr als 200 Haushalte. Mit dem Mast könnten sofort weite Teile von Curslack, Neuengamme, Kirchwerder und Altengamme versorgt werden.

„Die Vertragslaufzeit beträgt einen Monat, alle Kosten sind eingepreist, ein Anschluss ist innerhalb weniger Stunden umsetzbar“, erklärt Michael Kolle.

Bergedorfer Politik begrüßt regionalen Anbieter

Die Bergedorfer Bezirkspolitik hatte den regionalen Anbieter ausdrücklich mit der Schaffung einer Alternative zur Telekom begrüßt und den Ausbau im Landgebiet gelobt. In der Hochzeit der Pandemie hatte die Miko-Net kurzfristig mit einer mobilen Einheit für die Versorgung einiger Geschäftskunden am Marschbahndamm und Haushalte am Kiebitzdeich gesorgt, bevor sie nach 14 Monaten die Baugenehmigung für den festen Mast erhielt. Der ist seit September in Betrieb.

2020 wollte ein finanzstarker Partner das regionale Angebot begleiten, leider sei es kurz vor Abschluss nicht zur Zusammenarbeit gekommen: „Das hätte vieles erleichtert und abgekürzt“, erklärt Kolle. „Wir haben ausschließlich mit eigenen Mitteln weitergemacht, um den Menschen zu beweisen, dass Flinkk eine echte Alternative ist“.

Miko-Net bietet auch stabiles WLAN für Outdoorveranstaltungen

Mittlerweile hat die Miko-Net ein weiteres Produkt entwickelt, welches Campingplätze und große Outdoorveranstaltungen mit stabilem WLAN versorgt. „Wir stehen auch Geschäftskunden zur Verfügung und können Leistungen von bis zu 1 Gbit anbieten“, so Kolle.

Mit dem Bau eines 60 Meter hohen Mastes könnten nahezu alle Bereiche in Reinbek, Bergedorf, Moorfleet und Allermöhe versorgt werden, ist Kolle überzeugt. Damit der Hauptversorgungsmast am ­Allermöher Deich zeitnah gebaut werden könne, bräuchte das Start-up allerdings weiterhin Zuspruch.

Die Unterlagen für den Bauantrag sind weitestgehend zusammengetragen, lediglich der Landschafts- und Naturschutz muss noch abgeklärt werden. Die Miko-Net hofft, dass die Baugenehmigung dann schnell erteilt wird. „Wir werden auf die WSB zugehen und für eine gemeinsame Offensive für schnelles und stabiles Internet werben“, kündigt Michael Kolle an.

( ld )

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