Marne (dpa/lno). Auch Nordlichter feiern Karneval: Der Rosenmontag-Umzug in Marne ist mittlerweile Kult. Tausende Narren zogen ausgelassen durch die Straßen - und mieden größtenteils politische Themen.

Narren aus dem gesamten Land haben sich am Rosenmontag vom trüben Wetter in Marne nicht vom Feiern abhalten lassen. Um die 20.000 Zuschauer seien bei dem Umzug in der schleswig-holsteinischen Karnevalshochburg erwartet worden, sagte Heiko Claußen von der Marner Karnevals-Gesellschaft. Mit Bussen seien schon seit dem frühen Morgen tausende Narren heran gekarrt worden.

Das 5900 Einwohner zählende Marne gilt als Zentrum des Karnevals in Schleswig-Holstein. Seit 1978 stellen die Mitglieder der „Marner Karnevalsgesellschaft“ am Rosenmontag einen Umzug auf die Beine. Das Spektakel habe sich mittlerweile zu einem Kultfest entwickelt, so Claußen weiter.

Dabei begann der Umzug traditionsgemäß erst am Nachmittag, um auch Schülern das Mitmachen zu ermöglichen. Weite Teile der Innenstadt wurden für den Verkehr abgesperrt, damit die 32 Motiv-Wagen durch Marne ziehen konnten. Dabei spielten weltpolitische Themen eine untergeordnete Rolle. Das politischste war ein Fahrzeug mit dem Slogan „Ohne die Landwirtschaft wären wir nüchtern und hungrig“.

Nach der Rathauserstürmung zogen die Narren mit Musik, Kamelle- und Konfettiregen durch das Städtchen. Zur Freude vor allem der Kinder standen laut Claußen 20 Paletten an Süßigkeiten wie Bonbons oder Popcorn bereit, die von den Wagen in die Menge geworfen wurden.

In Marne feiern die eher als Karnevalsmuffel geltenden Nordlichter seit rund einem halben Jahrhundert einen Rosenmontagsumzug. Seit Februar 1956 rollen mit Ausnahme einer Pause zwischen 1969 und 1978 Festwagen durch die schleswig-holsteinische Kleinstadt.