Themen: Honorarzoff verunsichert Patienten +++ Missbrauchsbe-auftragte Jede Kita ist ein Risikoraum +++ Mängel im Meridian Spa.

Nun bin ich komplett verwirrt

2. Februar: „Honorarzoff verunsichert Patienten. Harsche Post aus der Praxis: Wer Hausarztverträge verweigert, dem soll gekündigt werden“ und Leitartikel „Patienten ohne Durchblick. Hausarztverträge sind sinnvoll, Ärzte müssen aber besser kommunizieren“

Eine neue Sorge: Alt und/oder krank darf man in Deutschland nicht mehr werden. Ihr Artikel hat mich endgültig an unserem Gesundheitssystem verzweifeln lassen. Ich bin nun komplett verwirrt. Als älterer Mensch brauche ich eine umfassende Gesundheitsvorsorge um nicht wegen jedem Wehwehchen im Krankenhaus zu landen. Ich verstehe da auch die Krankenkassen nicht, die an vielen Leistungen wie regelmäßigen umfassende Blutwertbestimmungen, ärztlichen Untersuchungen usw. sparen, um dann die teuren Krankenhausaufenthalte zu finanzieren. Also Hausarztvertrag ja? Ich habe meinem Hausarzt schon oft Zuzahlung für bestimmte Vorsorgeleistungen angeboten, Reaktion keine. Scheinbar gibt es bei privaten Vereinbarungen Ärger mit den Krankenkassen. Soll ich mir im Alter noch eine neue Krankenkasse suchen? Welche bezahlt die Hausärzte angemessen und nimmt ältere Patienten auf? Sollte man die IGeL-Leistungen wieder einführen? Ich möchte doch eigentlich nur eine verlässliche Gesundheitsvorsorge und wenn ich dann noch bei der Apotheke meine unbedingt notwendigen Medikamente bekomme, verursache ich keine unnützen Behandlungs- und Pflegekosten.

Christa Kuhtz

In Parteien mitarbeiten

29. Januar: „100.000 Hamburger stehen gegen AfD auf. Bei der zweiten Demonstration gegen Rechtsextreme innerhalb weniger Tage sind viele Familien mit dabei. Was sie antreibt“

Es ist großartig, dass sich so viele Menschen zu unserer Demokratie bekennen. Das zeigt, dass diese doch sehr viel fester in der Bevölkerung verankert ist, als es nach all der so häufig zur Schau gestellten Politikverdrossenheit den Anschein hat. Noch besser wäre es allerdings, wenn sich wenigstens zehn Prozent der Protestierenden entschlössen, in einer politischen Partei mitzuarbeiten. Das ist der Königsweg für Demokraten. Denn die eigentliche politische Willensbildung kann in einer Massendemokratie wie der unseren, nur über die politischen Parteien erfolgen. Zur Zeit sind weniger als zwei Prozent aller Wahlberechtigten Mitglieder in einer politischen Partei. Hier liegt ein wesentlicher Grund für einige Fehlentwicklungen in unserem demokratischen System, vor allem dafür, dass manche Politiker den Kontakt zu großen Teilen der Bevölkerung verloren haben, die sich dann auch nicht mehr vertreten fühlen. Es stimmt einfach nicht, dass die Bevölkerung nur alle vier Jahre bei der Wahl politischen Einfluss nehmen kann. Alle Einwohner können in den politischen Parteien als Demokraten mitwirken und zur politischen Willensbildung ihren Beitrag leisten. Hier werden die politischen Grundsatzentscheidungen gefällt und vor allem: die Parteimitglieder wählen, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, die Kandidaten für die politischen Ämter.

Dr. Wolf-Dieter Hauenschild

Gibt Kindern Unterstützung

2. Februar: „Missbrauchsbeauftragte warnt: „Jede Kita ist ein Risikoraum“. Kerstin Claus beschreibt, wie Täter vorgehen – und sagt, wann Eltern alarmiert sein sollten“

Jeder Missbrauchsfall ist einer zu viel, das ist wohl klar. Diese Dinge finden überall statt, wo Kinder sich häufig aufhalten. Auch ich bin der Meinung, dass Ombuts- und Beratungsstellen, sowie Antimissbrauchskonzepte wichtige Maßnahmen zur Verhinderung und Aufdeckung von Missbrauchstaten an Kindern sind. Dennoch sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, dass die Kinder- und Jugendarbeit, insbesondere auch der evangelischen und katholischen Kirchen, unendlich vielen Kindern Perspektiven und Unterstützung geben. Wie viele Kinder aus Familien, die durch Scheidung, Alkohol- und Drogenprobleme oder psychische Erkrankungen belastet sind, suchen einen ruhigen Ort, wo sie unterkommen können. Für mich war das zu Kinderzeiten der Kindergottesdienst, der Kinderchor, die Blockflötenstunde und die Kirchenfreizeiten. Inzwischen bin ich im Rentenalter, doch ich bin der evangelischen Kirche bis heute dankbar.

Dr. S. Hülsbergen-Krüger

Deutsche lieben Konzepte

Ausgangspunkt des Berichts waren Missbrauchsfälle in der Evangelischen Kirche. Der Fokus des Artikels liegt dann auf Kitas – und gipfelt in der Aussage „Jede Kita ist ein Risikoraum“. Da schwillt mir als Elternvertreterin der Hals. Natürlich gibt es Missbrauchsfälle in Kitas. Frau Claus erweckt jedoch den Eindruck, es sei letztlich unverantwortlich sein Kind in eine Kita zu geben, wissend, dass die meisten Missbrauchsfälle in Familien erfolgen. Kitas haben ohnehin kaum dringend benötigte männliche Erzieher, diese dann auch noch unter Pauschalverdacht zu stellen, entsetzt mich. Darüber hinaus können grundsätzlich auch Frauen durchaus Kinder traumatisieren, es muss ja nicht immer sexueller Missbrauch sein. Als Lösung fordert Frau Claus dann ein Kinderschutzkonzept. Ich weiß ja, Deutsche lieben Konzepte. Diese allerdings sind reiner Formalismus. Entscheidend sind das aktive Handeln, Kommunizieren und das Vertrauen vor Ort – und nicht das Verschanzen hinter Worten und Regularien – das durften wir durchaus schon erleben.

Petra Müller

Altmitglieder benachteiligt

2. Februar: „Mängel im Meridian Spa: Ist das noch Luxus? Marode Ausstattung, Personalengpässe, höhere Tarife: Im Club Eppendorf liegt einiges im Argen. Was die Chefs sagen“

Meine Frau und ich sind seit fast 20 Jahren Mitglied im Meridian Spa Wandsbek. Auch hier ist vieles zu bemängeln und wir waren außerdem von einigen Beitragserhöhungen in der Vergangenheit betroffen. Es stimmt nicht, dass langjährige Mitglieder einen Preisvorteil vor Neuen haben. Es gibt Angebote, bei denen von zwei neuen Mitgliedern der Zweite nur die Hälfte bezahlt. Und somit zahlt jeder von diesen einen wesentlich geringeren Beitrag als Altmitglieder. Außerdem habe ich es schriftlich, dass die Beitragserhöhungen für Altmitglieder höher ausfallen als für neue (also doch Dumping-Preise!). Die Preise sollen angeglichen werden. Bei solchen Aussagen der Leitung fühlt man sich doch veräppelt, aber es zeigt den Stil und Umgang auch hier von David Lloyd mit seinen (Alt-) Mitgliedern.

Thomas Brandt

Ich empfehle den Austritt

Ich selbst bin auch Mitglied in der Fitnesskette, vor der Übernahme durch das Unternehmen David Lloyd eingetreten und erlebe mit, wie es hakelt und knirscht, seit David Lloyd die Studios übernommen hat. Ich habe eine Mitgliedschaft für sämtliche Studios und kann daher vergleichen, wie in einzelnen Studios unterschiedliche Probleme bestehen. Gleichzeitig bin ich seit über 30 Jahren in einem anderen inhabergeführten Studio sowie in einer relativ neuen Kette in Hamburg. Ich denke, ich habe einen einigermaßen guten Überblick über Zustände in Fitnessstudios. Alle in den Artikeln genannten Probleme habe ich überall auch mal erlebt. Sich gegen Missstände in Studios auszusprechen halte ich für wichtig: Gespräche mit der Geschäftsleitung, Briefe, Sammelbriefe, meinetwegen auch Sitzstreiks oder was es an Protestinstrumenten noch so gibt. Und wenn es bei investorengetriebenen Ketten zu keinerlei Verbesserung kommt, dann empfehle ich den Austritt. Es gibt auch in der Qualitätskategorie, in der Meridian Spa zum Zeitpunkt der Gründung positioniert worden war, gute Alternativen in Hamburg. Auch wenn Redakteure selbst Mitglied bei David Lloyd sind, rechtfertigt das meiner Meinung nach nicht diese großformatigen, aber dennoch belanglosen Artikel.

Sabine Wilkending, Hamburg

Schreiben Sie uns gerne an oder per Post an das Hamburger Abendblatt, 20445 Hamburg
Von den vielen Leserbriefen, die uns erreichen, können wir nur einen kleinen Teil veröffentlichen. Teilweise müssen wir kürzen, um möglichst viele Meinungen zu veröffentlichen. Mit Ihrer Einsendung erlauben Sie uns, alle Inhalte und Ihre Kontaktdaten an die zuständigen Redakteurinnen/Redakteure und/oder an externe Autorinnen/Autoren weiterzuleiten. Sollte eine Weiterleitung Ihrer Kontaktdaten und ein Dialog mit uns nicht gewünscht sein, bitten wir um Mitteilung. Einsendungen werden sowohl in der gedruckten Ausgabe sowie den digitalen Medien vom Abendblatt veröffentlicht und geben ausschließlich die Meinung der Einsender wieder. Veröffentlichte Leserbriefe finden Sie auch auf abendblatt.de/leserbriefe.