Hamburg (dpa/lno). „Easy Peasy“ soll es sein. So bewirbt die Hamburger S-Bahn seit Wochen ihr neues Netz. Um das zu unterstreichen, erklären auch Kinder in Werbespots, wie das neue System funktioniert. Das Versprechen an die Kunden: Es wird einfacher und zuverlässiger.

Bahnpendler im Großraum Hamburg müssen sich seit Sonntag an neu sortierte Linienführungen bei der S-Bahn gewöhnen. Dazu gehört der Abschied von den bisherigen zweistelligen Linienbezeichnungen S11, S21 und S31. Im Gegenzug wird parallel zum Beginn des Winterfahrplans die neue Linie S5 eingeführt. Der Wegfall dreier Linien bedeutet aber keine Reduzierung des Angebots: Sie werden in die verbleibenden vier Linien integriert.

„Mit dem Start des neuen S-Bahn-Netzes erreichen wir einen Meilenstein“, sagt der Chef der Hamburger S-Bahn, Kay Uwe Arnecke. „Das neue Netz macht die S-Bahn nicht nur einfacher und zuverlässiger, sondern schafft auch die Voraussetzungen für die Integration weiterer Linien und Taktverdichtungen.“ Zudem soll es auf mehreren Verbindungen mehr Fahrten sowie durch den Einsatz von mehr Langzügen ein größeres Platzangebot geben.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hält das neue S-Bahnnetz für einen wichtigen Baustein beim erklärten Ziel, bis 2030 50 Prozent mehr Fahrgäste für den öffentlichen Personennahverkehr zu gewinnen. „Wir überarbeiten das Netz, um die S-Bahn zuverlässiger, pünktlicher und komfortabler zu machen“, so Tjarks. „Zudem ist der neue Netzplan die Basis für das von uns geplante große Wachstum der Hamburger S-Bahn.“ Derzeit wird an einer neuen S4 gearbeitet, die von 2029 an Hamburg mit Bad Oldesloe verbinden soll. Zudem ist eine neue Linie S6 im Hamburger Süden geplant, die Ende 2029 in Betrieb gehen soll.

Die wenigsten Änderungen gibt es mit dem neuen S-Bahnnetz für die Linie S1. Sie verbindet weiterhin Wedel mit der Innenstadt und fährt nach Ohlsdorf und zum Hamburger Flughafen. Alle Fahrten der S11 werden in die S1 integriert.

Mit der neu sortierten Linie S2 werden die Linien der bestehenden S2 und Teile der S21 zusammengefasst. Außerdem fährt sie künftig nicht mehr durch den Citytunnel, sondern über Dammtor nach Altona.

Die S3 wird mit Langzügen Richtung Süden über die Elbe fahren. Die Langzüge starten leer in Neugraben, so dass der Zug pünktlich abfahren kann.

Die neue Linie S5 mit einer himmelblauen Kennung fährt zwischen Stade und Elbgaustraße und fasst Teile der aktuellen Strecken der S21, S31 und S3 neu zusammen. Die S5 fährt wie die S2 über Dammtor, während S1 und S3 über den Citytunnel fahren.