Hamburg (dpa/lno). Der Medizinische Dienst der Krankenkassen sollte nach Ansicht der Hamburger Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) Personal an die Kliniken abtreten. „Wenn wir mehr Personal wollen, müssen wir konsequent alle verfügbaren Kräfte nutzen“, sagte die Senatorin in einem Interview im Hamburg-Teil der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Donnerstag).

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen sollte nach Ansicht der Hamburger Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) Personal an die Kliniken abtreten. „Wenn wir mehr Personal wollen, müssen wir konsequent alle verfügbaren Kräfte nutzen“, sagte die Senatorin in einem Interview im Hamburg-Teil der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Donnerstag).

In Deutschland würden viele Tausend Pflegekräfte und Ärzte im Medizinischen Dienst und damit in der Qualitätssicherung arbeiten. Sie seien der Arbeit an den Patienten entzogen. „Medizinische Standards müssen überprüft werden, aber der Aufwand ist derzeit zu groß“, sagte Schlotzhauer. „Da stellen wir uns mit unserer deutschen Gründlichkeit manchmal selbst ein Bein.“

Der Medizinische Dienst ist der sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Dem Bericht zufolge arbeiteten im Jahr 2021 mehr als 11.000 Menschen beim Medizinischen Dienst, darunter knapp 2500 Ärzte. Die Gutachter der gesetzlichen Krankenkassen hatten im vergangenen Jahr in rund 2700 Fällen ärztliche Behandlungsfehler festgestellt, die zu gesundheitlichen Schäden bei Patienten geführt haben.