Hamburg (dpa/lno). Sie ist 36 Jahre, Juristin und Schriftstellerin: Die CDU Hamburg hat Freya Gräfin Kerssenbrock zur Spitzenkandidatin für die Europawahl gewählt. Kerssenbrock nannte in ihrer Rede Fragen, auf die Europa eine Antwort finden müsse.

Die CDU Hamburg geht mit Freya Gräfin Kerssenbrock als Spitzenkandidatin in die Europawahl im Juni 2024. Das entschied eine Landesvertreter-Versammlung am Samstag im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Die 36-Jährige erhielt 91 von 94 Stimmen. Sie ist Verwaltungsrichterin, Mutter zweier Kinder und hat unter dem Namen Freya von Korff auch mehrere Romane veröffentlicht. Als weitere Kandidaten der Landesliste wurden Niclas Heins, David Erkalp und Stefanie Blaschka gewählt.

„Es ist meine Überzeugung, dass die Antworten auf die Fragen der Zukunft in Europa gefunden werden müssen“, sagte Kerssenbrock. Sei es der Umgang mit Migration, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder der Umgang mit aggressiven Diktatoren. Sie könne für Hamburg in Europa „eine starke Stimme“ sein. „Ich glaube, ich bringe die fachliche Kompetenz mit. Europarecht ist etwas, was mich in meiner täglichen Arbeit begleitet“, sagte die Juristin.

„Gegenwärtig hat Hamburg keinen eigenen CDU-Abgeordneten im Europäischen Parlament. Das soll sich im nächsten Jahr ändern“, sagte der Vizepräsident der Europäischen Volkspartei, David McAllister, der in der Hansestadt zu Gast war. Die Wahl werde eine Richtungswahl, denn man stehe vor großen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen.

Hamburgs CDU-Landeschef Dennis Thering bezeichnete Kerssenbrock als „kompetente und glaubwürdige Kandidatin“ für Europa. „Du bist Europäerin durch und durch“, sagte er. Thering betonte vor den Landesvertretern: „Die CDU Hamburg ist wieder da. Mit uns ist nicht nur bei den Bezirks- und Europawahlen zu rechnen, sondern dann auch bei der Bürgerschaftswahl 2025.“ SPD und Grüne könnten sich „warm anziehen“. Die Wahl der Bezirksversammlungen findet am 9. Juni 2024 mit der Wahl zum Europäischen Parlament statt.

In seiner Rede kritisierte Thering Hamburgs rot-grünen Senat als „Chaos-Truppe“. Wenn es um den Wirtschaftsstandort Hamburg gehe, seien SPD und Grüne „extrem stümperhaft“, sagte der 39-Jährige. So sei beispielsweise der geplante Einstieg der Reederei MSC beim Hafenlogistiker HHLA eine Nacht-und-Nebel-Aktion gewesen, meinte Thering. Ohne Beteiligung der Bürgerschaft, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit, ohne Beteiligung wichtiger Player im Hamburger Hafen seien Teile der HHLA an die Reederei MSC verscherbelt worden.

Ein großes Thema in Hamburg sei und bleibe die Innere Sicherheit, sagte der Landesvorsitzende weiter. Die von der CDU lange geforderte Waffenverbotszone am Hauptbahnhof sei zwar endlich eingerichtet, der Steindamm sei dabei aber vergessen worden. Die geforderte Videoüberwachung lasse zudem immer noch auf sich warten. Hamburg brauche insgesamt mehr Polizei. „Eine echte Sicherheit gibt es nur mit der Union.“