Kiel (dpa/lno). Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist in Schleswig-Holstein 2022 leicht gesunken. Es wurden 12.021 neue Wohnungen gebaut, wie das Statistikamt Nord am Dienstag mitteilte. Das waren 615 beziehungsweise 4,9 Prozent weniger als 2021.

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist in Schleswig-Holstein 2022 leicht gesunken. Es wurden 12.021 neue Wohnungen gebaut, wie das Statistikamt Nord am Dienstag mitteilte. Das waren 615 beziehungsweise 4,9 Prozent weniger als 2021.

Die meisten Wohnungen entstanden nach Angaben des Statistikamtes in den Kreisen Pinneberg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland. Die durchschnittliche Größe der neuen Wohnungen im Land fiel mit 95,9 Quadratmetern etwas größer aus als 2021 (93,0).

Insgesamt wurden 1.188.330 Quadratmeter an neuer Wohnfläche gebaut, 29.240 Quadratmeter weniger als 2021. Der Großteil der gut 12 000 neuen Wohnungen entstand in neuen Häusern. 930 Wohnungen wurden in bestehenden Gebäuden durch Umbauten geschaffen.

Von den 11.091 Wohnungen in neuen Gebäuden entstand etwas mehr als die Hälfte (53,1 Prozent) in Häusern mit drei oder mehr Wohnungen. 45,7 Prozent liegen in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Zudem wurden 48 Wohnungen (0,4 Prozent) in Wohnheimen und 90 (0,8 Prozent) in neuen Büro- oder Betriebsgebäuden gebaut. Im vergangenen Jahr erteilten Behörden in Schleswig-Holstein Baugenehmigungen für 15.488 Wohnungen. Das waren 6,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Nach Ansicht des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) zeichnen sich Probleme beim Wohnungsbau im Land an. Zwar habe die Landesregierung früh reagiert und die öffentliche Förderung deutlich erhöht, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Das aber, so begrüßenswert es ist, wird am Ende nicht reichen, den Einbruch beim Neubau zu verhindern.“ Vor allem bezahlbarer Wohnraum sei Mangelware.

Der Verband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen warnte vor einem deutlich stärkeren Rückgang in den kommenden Jahren. „Für die nächsten Jahre ist mit deutlich niedrigeren Fertigstellungszahlen zu rechnen“, sagte der Landesvorsitzende Sönke Struck. „Viele Bauvorhaben werden zukünftig zurückgestellt oder ganz aufgegeben.“ Er führte die Entwicklung auf deutlich gestiegene Zinsen, Engpässe bei Lieferketten, hohe Grundstückspreise und Materialkosten zurück.