Bahnverkehr

D-Ticket macht Monatskarten günstiger: Aber nicht für alle

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Ein übergroßes Modell des neuen Deutschlandtickets wird bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Ein übergroßes Modell des neuen Deutschlandtickets wird bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Foto: David Young/dpa/Archivbild

Das Deutschlandticket ist nach Ansicht von Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks eines der größten sozialen Entlastungspakete der vergangenen Jahrzehnte. Viele fahren damit künftig deutlich günstiger Bus und Bahn. Dennoch sollten Kunden vor dem Kauf gut kalkulieren.

Hamburg (dpa/lno). Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und andere Verkehrsunternehmen starten an diesem Montag den Vorverkauf für das Deutschlandticket. Für 49 Euro im Monat können Abonnenten des „D-Tickets“ ab 1. Mai bundesweit alle öffentlichen Verkehrsmittel im Nah- und Regionalverkehr nutzen, in Hamburg auch die Hafenfähren. Wer bereits ein Abo beim HVV hat, zahlt automatisch nur noch 49 Euro im Monat - oder weniger, wenn der Preis der bisherigen Monatskarte darunter liegt.

Neukunden können das Deutschlandticket online über die HVV-Switch-App, die Bahn-Navigator-App oder etwa über die Internetseite von Nah.SH buchen. In den HVV-Servicestellen ist eine Chipkarte erhältlich, in Schleswig-Holstein gibt es voraussichtlich bis Jahresende noch eine Papierkarte. Anders als das 9-Euro-Ticket im vergangenen Jahr wird das 49-Euro-Ticket weder am Fahrkartenautomaten noch vom Busfahrer oder vom Schaffner im Zug verkauft.

Das Abonnement ist monatlich kündbar, und zwar jeweils bis zum 10. eines Monats für den Folgemonat, wie ein HVV-Sprecher erläuterte. Wer sich zur Mitte oder gegen Ende eines Monats für ein D-Ticket-Abonnement entscheidet, kann es zum anteiligen Preis für den laufenden Monat tun. Diese flexible, „tagesscharfe“ Einstiegsmöglichkeit soll auch für die Kündigung des Abos kommen. Aus technischen Gründen werde das aber erst ab 2024 möglich sein, sagte der HVV-Sprecher. Ohne Abonnement bietet der HVV in seinem Gesamtnetz Wochenkarten für 29 Euro und Monatskarten für 69 Euro an. Die Angebote für Einzel-, Tages- und Gruppenkarten bleiben nach Angaben des Verkehrsverbunds unverändert.

Das Deutschlandticket entlastet die meisten Abonnenten des HVV erheblich, einige müssen aber künftig sogar mehr bezahlen als bisher. So kostet etwa eine Vollzeitkarte für zwei Tarifzonen nach HVV-Angaben derzeit 60,40 Euro im Monat - inklusive der Möglichkeit, an Wochenenden und Feiertagen eine Person sowie bis zu drei Kinder im HVV-Gesamtnetz kostenlos mitzunehmen. Das geht beim 49-Euro-Ticket nicht mehr. Wollen HVV-Kundinnen und -Kunden diese Möglichkeit weiter nutzen, müssen sie dafür künftig 15 Euro im Monat extra zahlen. Damit kosten deren Monatskarten dann nicht mehr wie bisher 60,40 Euro, sondern künftig 64,00 Euro im Monat.

Ein Sprecher der Verkehrsbehörde verwies darauf, dass das Zwei-Tarifzonen-Ticket nur für einen sehr kleinen Bereich gültig und das eigentlich relevante Produkt das Abo „Hamburg AB“ sei, welches in ganz Hamburg gelte und 96,90 Euro koste. Wichtig sei zudem: „Die Kinder-Mitnahmeoption am Wochenende wird sicherlich an Bedeutung verlieren, weil die Schülerkarten in Hamburg mit 19 Euro zukünftig sehr günstig sind, beziehungsweise für Familien, die Transferleistungen beziehen, kostenlos angeboten werden“, sagte der Sprecher der Verkehrsbehörde der Deutschen Presse-Agentur.

Nach HVV-Angaben nutzen derzeit gut 29.000 Frauen und Männer eine Vollzeitkarte für zwei Tarifzonen. Insgesamt gebe es in Hamburg inklusive der Spezialtarife für Senioren, Schüler und Studierende rund 657.000 Abo-Karten. Ein HVV-Sprecher räumte ein, dass es sicherlich Familien gebe, die unter der Woche mit dem kleinen Geltungsbereich auskommen, die die Mitnahmeregelung am Wochenende nutzen und nicht deutschlandweit fahren möchten. „Auch in diesen Fällen dürfte aber ein Aufpreis von 3,60 Euro für die verbundweite Gültigkeit mehrheitlich als sehr günstig wahrgenommen werden“, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

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( © dpa-infocom, dpa:230401-99-169885/3 (dpa) )