Energieministerium

Großes Interesse für Balkonkraftwerke: Antragsstopp verhängt

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Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon.

Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon.

Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild

Schleswig-Holstein fördert wieder Mini-Solaranlagen auf Balkonen und den Einbau von Wärmepumpen. Förderanträge waren ab Freitag möglich. Bei Balkonkraftwerken ist wegen einer Antragsflut vorerst wieder Schluss.

Kiel (dpa/lno). Kurz nach dem Start einer zweiten Antragsphase für die Förderung sogenannter Balkonkraftwerke hat das Energieministerium das Antragsportal wegen „Überfüllung“ wieder geschlossen. Nach dem Start am Freitag um 8.00 Uhr seien binnen kürzester Zeit mehr als 1000 Anträge eingegangen, teilte das Ressort mit. Damit überstiegen die Anträge die für dieses Quartal vorgesehene Zahl von 900 Fördergesuchen deutlich. Auch für klimaneutrale Wärmeanschlüsse konnten ab Freitag Förderanträge gestellt werden.

Vorerst sind damit keine weiteren Anträge für Balkonkraftwerke mehr möglich. „Das große Interesse an unseren Balkonkraftwerken ist eine tolle Nachricht für den Klimaschutz“, kommentierte Staatssekretär Joschka Knuth. Aufgrund der hohen Nachfrage sei es auch zu einem kurzfristigen Ausfall der digitalen Antragsplattform gekommen, so dass zwischenzeitlich Fehlermeldungen erschienen seien. Laut IT-Dienstleister Dataport geht kein erfolgreich gestellter Antrag verloren.

„Wir wissen, dass noch viel mehr Menschen gerne einen Förderantrag gestellt hätten“, sagte Knuth. Daher werde geprüft, ob in diesem Quartal noch ein zweites Antragsfenster für Balkonkraftwerke geöffnet werden könne. Außerdem werde es bis zum Abschluss des Förderprogramms „Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger“ Ende 2026 noch viele weitere Gelegenheiten auf eine Förderung für die Solarsteckeranlagen geben.

Den Kauf der Balkonkraftwerke fördert das Land mit bis zu 200 Euro. Bei Solaranlagen für Dächer sind es bis zu 900 Euro. Außerdem gibt es im Norden Zuschüsse für den Einbau von Wärmepumpen (bis zu 2000 Euro), für Biomasseheizungen (bis zu 900 Euro) und den Anschluss an ein Wärmenetz (bis zu 500 Euro). Ab dem Sommer will die Landesregierung das Programm um weitere Fördergegenstände ausbauen.

„Das Programm ist ein echter Booster für den Klimaschutz zuhause“, kommentierte Energieminister Tobias Goldschmidt. Bis 2026 stehen im Land insgesamt 75 Millionen Euro für entsprechende Förderprogramme bereit.

Früheren Angaben des Betreibers Schleswig-Holstein Netz zufolge wurden im vergangenen Jahr 1098 angemeldete Kleinstkraftwerke in Betrieb genommen. Für 203 weitere Anlagen lagen demnach konkrete Anfragen vor. 2019 waren es nur sechs Mini-Solaranlagen. Insgesamt waren damit im Netzgebiet 1663 Balkon-Modulsysteme mit mehr als einem Megawatt Leistung angeschlossen. Die Angaben bezogen sich nur auf angemeldete Anlagen. Wie viele tatsächlich angeschlossen sind, ist unbekannt, da viele Anlagen laut SH Netz aus Unkenntnis nicht angemeldet wurden.

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( © dpa-infocom, dpa:230331-99-164651/3 (dpa) )