Immobilien Hamburg

Holsten-Areal: Aussage der Adler Group schürt Hoffnung

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Ulrich Gaßdorf
Seit 2019 liegt das ehemalige Brauereigelände in Altona brach. Jetzt könnte sich die Adler Group doch von dem Holsten-Areal trennen (Archivbild).

Seit 2019 liegt das ehemalige Brauereigelände in Altona brach. Jetzt könnte sich die Adler Group doch von dem Holsten-Areal trennen (Archivbild).

Das Unternehmen verkündete am Dienstag eine Anpassung seiner Strategie. Die Konsequenz könnte der Verkauf der Fläche in Altona sein.

Hamburg. „Im Einklang mit der Anleihegläubiger-Vereinbarung hat die Adler Group ihre Strategie angepasst, die einen Übergang zu einem ausschließlich in Berlin verankerten Portfolio mit einem selektiven Entwicklungsengagement und einer Begrenzung der Investitionsausgaben vorsieht." Das teilte die Adler Group am Dienstag in einer Pressemitteilung mit.

Die Aussage, sich „ausschließlich" auf Berlin konzentrieren zu wollen, macht Hoffnung darauf, dass nun ein Verkauf des Holsten-Areals in Altona angestrebt wird – und somit eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte in Hamburg doch noch umgesetzt werden kann.

Immobilien Hamburg: Holsten-Areal – Adler Group finanziell angeschlagen

Zur Erklärung: Die Consus Real Estate, die zur Adler Group gehört, ist Eigentümerin des ehemaligen Brauereigeländes, auf dem unter anderem 1300 Wohnungen gebaut werden sollen. Wie berichtet, herrscht bei dem Bauvorhaben Stillstand.

Bereits im April hatte das Bezirksamt Altona die zu diesem Zeitpunkt finanziell schwer angeschlagene Adler Group aufgefordert, eine aktuelle Finanzierungszusage der Bank für das gesamte Bauvorhaben einzureichen. Ohne diese wird kein Baurecht geschaffen. Bis heute liegt nach Abendblatt-Informationen diese Finanzierungszusage nicht vor.

Trotzdem hatte ein Sprecher der Adler Group noch im Oktober gegenüber dem Abendblatt verkündet: „Ein Verkauf ist für uns ausdrücklich keine Option." Die Stadt und weitere Immobilienunternehmen hatten zuvor ihr Interesse an einem Ankauf bekundet.

Holsten-Areal: CDU – "Verkauf wäre ein Meilenstein"

Doch die Situation hat sich offenbar geändert, wenn sich die Adler Group dem in "Berlin verankerten Portfolio" widmen möchte. Die Konsequenz daraus müsste nämlich sein, dass sich das Unternehmen vom Holsten-Areal (rund 86.000 Quadratmeter Fläche) trennt. Allerdings sagte Thomas Echelmeyer, Finanzchef der Adler Group, am Dienstag dem Abendlatt zu einem möglichen Verkauf: „Es gibt noch keine finale Entscheidung. Wir warten die weitere Entwicklung ab, wir haben bislang ja auch noch keine Baugenehmigung vorliegen.“

Altonas CDU-Fraktionschef Sven Hielscher hofft unterdessen auf einen Eigentümerwechsel. „Die Bebauung des Holsten-Areals ist das wichtigste Stadtentwicklungsprojekt im Bezirk. Wenn die Adler Gruppe/Consus jetzt einsieht, dass es sinnvoll ist, sich auf Berlin zu konzentrieren und sich endlich aktiv um einen Verkauf des Grundstücks in Altona kümmert, dann wäre das ein Meilenstein. Denn nur durch den Ankauf durch die Stadt gemeinsam mit seriösen und finanzstarken Partnern, hat das Holsten-Areal Zukunft und bleibt nicht eine ewige Brachfläche", so Hielscher.

Holsten-Areal: Dumpingpreis für Grundstück unwahrscheinlich

Unterdessen scheint sich die Adler Group zumindest finanziell ein wenig Freiraum geschaffen zu haben.

In einer Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung des Finanzberichts zum dritten Quartal hieß es am Dienstag: „Am 25. November 2022 erzielte die Adler Group eine Einigung mit Kern-Anleihegläubigern über die Anleihebedingungen und die Bereitstellung einer besicherten Fremdfinanzierung. Die Vereinbarung sichert die Finanzierung der Adler Group bis Mitte 2025, auch für den theoretischen Fall, dass keine weiteren Portfolio- oder Projektveräußerungen stattfinden. Sie umfasst eine zusätzliche Finanzierungszusage durch die Anleihegläubiger in Höhe von bis zu 937,5 Millionen Euro. Die Vereinbarung stabilisiert die Adler Group weiter. Sie nimmt den Druck, Vermögenswerte kurzfristig und eventuell deutlich unter Buchwert veräußern zu müssen."

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