Route du Rhum

Boris Herrmann ist am Ziel – aber „natürlich enttäuscht“

| Lesedauer: 3 Minuten
Sophie Laufer
Müde, aber glücklich: Das Team „Malizia“ um den Hamburger Extremsegler Boris Herrmann (vorne rechts) nach der Ankunft in Guadeloupe.

Müde, aber glücklich: Das Team „Malizia“ um den Hamburger Extremsegler Boris Herrmann (vorne rechts) nach der Ankunft in Guadeloupe.

Foto: Jimmy Horel

Hamburger Extremsegler macht nach mehr als 14 Tagen auf hoher See in Guadeloupe fest – und rückt damit einem weiteren Ziel näher.

Pointe-à-Pitre/Guadeloupe. Der Hamburger Extremsegler Boris Herrmann hat vor wenigen Stunden vor der karibischen Insel Guadeloupe die Ziellinie der Route du Rhum überquert. Damit beendet er die legendäre Einhand-Regatta nach 14 Tagen 15 Stunden, 21 Minuten und 41 Sekunden auf Platz 24 in seiner Klasse. „Natürlich bin ich enttäuscht von meiner Position im Rennen, aber sie entspricht nicht der Leistung des Bootes“, sagte er nur wenige Minuten, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Ein ganz wichtiges Ziel hat der Hamburger allerdings erreicht. Er ist mit der Überquerung der Ziellinie seinem großen Ziel, der Vendée Globe 2024, der härtesten Einhand-Regatta der Welt, ein Stück nähergekommen. Nun fehlt dem Hamburger nur noch die Teilnahme an einem weiteren Solorennen, um im November 2024 an die Startlinie in Frankreich fahren zu können.

Zudem war es die erste große Regatta seines neuen Schiffes, kurz bevor er mit seinem Team beim Ocean Race starten will. „Ich habe die Route du Rhum immer als wichtigen Testlauf vor dem Ocean Race gesehen. Unter schwierigen Bedingungen bin ich mit jedem Segeltag viel besser mit dem neuen Boot vertraut geworden und wir als Team haben viel gelernt“, so Herrmann in Guadeloupe weiter.

Boris Herrmann hatte seit Tagen Probleme

Herrmann war bereits mit dem Wissen in das Rennen gestartet, dass er mit seiner neuen Jacht höchstens im Mittelfeld landen würde. Position 15 hatte er als Ziel ausgegeben. Viel wichtiger war dem Extremsegler nämlich dieses Mal, das Schiff heil in die Karibik zu segeln. „Wenn ich dort mit einem einigermaßen heilen Schiff über die Ziellinie fahre, dann bin ich überglücklich“, sagte er wenige Tage vor dem Start dem Abendblatt.

Das ist ihm bedingt gelungen. Der Platz 24 rührt auch daher, dass er seit Tagen Probleme mit einem der Foils, der Tragflächen hatte. Er musste es sichern und konnte es nicht mehr nutzen, da die Gefahr bestand, dass es ganz abbrechen könnte. Zwischenzeitlich stand sogar das vorzeitige Ausscheiden aus dem Rennen im Raum. Doch das Team entschied gemeinsam, die Wettfahrt zu beendet, allerdings nur noch langsam und defensiv zu fahren. „Das Problem mit den Foils ist lösbar und mein Team hat bereits begonnen, es zu reparieren“, so Herrmann.

Boris Herrmanns Malizia muss überholt werden

Auch die Route, für die sich Herrmann entschied, war allerdings nicht ganz glücklich. Der südlichere Kurs führt den Hamburger gemeinsam mit anderen Konkurrenten in eine Flaute und bremste ihn einige Tage lang aus. „Ich bin zu Beginn des Rennens mit meiner Streckenführung einige Risiken eingegangen und das hat sich leider nicht ausgezahlt.“

Nun muss die neue Malizia – Seaexplorer schnell überholt und repariert werden. In wenigen Tagen wird ein Teil des Ocean Race Teams mit Skipper Will Harrris und Co-Skipper Rosalin Kuiper, zwei weiteren Seglern und dem Bordreporter Antoine Auriol, das Schiff zurück nach Europa segeln. Genauer gesagt nach Alicante. Dort stehen für Dezember und Januar wichtige Arbeiten und Tests mit dem Schiff an, bevor Herrmann und seine Crew dann am 15. Januar zum Ocean Race ein Mal um die Welt starten werden.

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