Polizei Hamburg

Rassistischer Vorfall in der S-Bahn: Staatsschutz ermittelt

Der Staatsschutz der Polizei Hamburg ermittelt nach einem rassistischen Vorfall in der S-Bahn (Symbolbild).

Der Staatsschutz der Polizei Hamburg ermittelt nach einem rassistischen Vorfall in der S-Bahn (Symbolbild).

Foto: imago images/Jannis Große

Ein 28-Jähriger hat am Mittwoch rassistische Tiraden von sich gegeben. Ein Fahrgast sorgte dafür, dass er angezeigt wurde.

Hamburg. Der Staatsschutz der Polizei Hamburg ermittelt gegen einen Mann, der sich am Mittwochnachmittag in der S-Bahn offen rassistisch geäußert hat. Auf Videos, die in den sozialen Medien kursieren, ist zu hören, wie der Mann zu einer mehrminütigen Tirade anhebt, in der er sich selbst als "Rassisten" und Schwarze als "Affen" und "Hurensöhne" bezeichnet, unter anderem postuliert, er "hasse Schwarze".

Polizei Hamburg: Staatsschutz ermittelt gegen Rassisten

Die Person, die den Vorfall gefilmt hat, beschreibt, dass niemand der anderen Fahrgäste eingeschritten sei. Erst ein Bekannter, der im weiteren Verlauf zugestiegen sei, habe Mitarbeiter des HVV auf das Verhalten des Mannes aufmerksam gemacht und so die Anzeige gegen den 28-Jährigen ins Rollen gebracht.

Von der Polizei heißt es, man prüfe derzeit, ob neben dem Tatbestand der Beleidigung auch wegen Volksverhetzung ermittelt werden könne. Die Deutsche Bahn als Betreiberin der S-Bahn Hamburg erklärt auf Abendblatt-Anfrage: "Die rassistischen Auslassungen des Fahrgastes erschüttern uns und machen betroffen."

Zum Hergang erklärt die Bahnsprecherin, es sei nur bekannt, dass ein unbeteiligter Dritter die S-Bahn-Wache am Hauptbahnhof "auf den Sachverhalt hingewiesen" hätte: "Vor Ort konnten die Sicherheitskräfte jedoch weder Geschädigte noch den Beschuldigten klar identifizieren."

Der Polizei bekannt wurde der Vorfall, als ein Bürger am Mittwochnachmittag auf einer Wache Anzeige erstattete. Die öffentliche Verbreitung des Videos sehen die Beamten kritisch: Es sei Aufgabe der Polizei, Straftäter zu ermitteln. Diese würde, wenn Verdächtige nicht identifiziert werden könnten, zum Mittel der Öffentlichkeitsfahndung greifen.

( josi )

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