Klimaschutz

Tausende Menschen protestieren bei Klimastreik im Norden

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Luisa Neubauer von Fridays for Future nimmt an einem Pressegespräch teil.

Luisa Neubauer von Fridays for Future nimmt an einem Pressegespräch teil.

Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild

Erneut gehen in Schleswig-Holstein Tausende für mehr Klimaschutz auf die Straße. Sie fordern unter anderem ein 100 Milliarden Euro umfassendes Sondervermögen für Klimaschutz. Eine Fürsprecherin in der Landespolitik haben sie bereits.

Kiel (dpa/lno). Beim weltweiten Klimastreik sind am Freitag auch in Schleswig-Holstein wieder mehrere Tausend Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Allein in Kiel demonstrierten unter dem Motto «Wasser unterm Kiel, statt Kiel unter Wasser» nach Angaben der Polizei rund 2000 Menschen, die Veranstalter Fridays for Future sprachen von 2900 Teilnehmern. Neben musikalischer Begleitung gab es mehrere Reden von Aktivistinnen und Aktivisten.

Dazu zählte auch Poetry-Slammerin Mona Harry mit einem poetischen Einwand zur Berichterstattung über die Demonstrationen. Die Medien würden sich nur auf unwichtige Nebenpunkte beziehen und den Ernst der Lage ignorieren. Es ginge schließlich «um die Relevanz des Anliegens» der Klimaschützer und nicht um die Handlungen der Einzelnen, sagte Harry.

Der Demonstrationszug startete und endete nahe des Landeshauses an der Förde mit Kundgebungen. Der Streik wurde von Paddelbooten auf der Förde begleitet. Auf Plakaten stand mit Blick auf den Krieg in der Ukraine zu lesen: «Heizung runter, Putin ärgern!» Bei der Demonstration ging es laut Initiative aber vor allem um den drohenden Anstieg des Meeresspiegels. Davon seien besonders küstennahe Regionen wie Schleswig-Holstein betroffen. «Die Bundesregierung dreht gerade von uns erkämpfte Fortschritte, wie den Kohleausstieg, zurück», sagte die Kieler Klimaaktivistin Gunde Kaiser.

In Lübeck beteiligten sich laut Veranstaltern 1500 Menschen am globalen Klimastreik. Die Polizei sprach dagegen von 800 Teilnehmenden. «Wir fordern von den Politikern nachdrücklich einen Ausstieg aus der fossilen Energie und eine soziale Gestaltung der Energiewende», sagte die Sprecherin von Fridays for Future Lübeck, Katharina Kewitz. Damit den Ankündigungen endlich Taten folgten, müsse weiter Druck auf die Regierenden ausgeübt werden.

Kernziel der Aktivisten ist die Klimaneutralität Schleswig-Holsteins bis 2035. Dafür fordern sie einen Ausbau klimaneutraler Bahnverbindungen und der Windenergie. Die Grünen im Landtag unterstützten «die Forderung nach einem 100 Milliarden Euro Sondervermögen für Klimaschutz», sagte die Klimapolitikerin Nelly Waldeck (Grüne).

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