Schulbehörde

Rekord in Hamburg: Mehr als 260.000 Schülerinnen und Schüler

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Ein Lehrer steht im Unterricht an der Tafel.

Ein Lehrer steht im Unterricht an der Tafel.

Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Erstmals mehr als 260.000 Schülerinnen und Schüler starten nach sechs Wochen Sommerferien in den Schulalltag. Das sind gut 6000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Allein 800 zusätzliche Erstklässler sind gemeldet.

Hamburg (dpa/lno). Mit einem Schülerrekord startet Hamburg am Donnerstag nach sechs Wochen Sommerferien in das neue Schuljahr. Insgesamt werden an den 473 staatlichen und privaten Schulen der Hansestadt 260.130 Schülerinnen und Schüler erwartet - 6060 mehr als im vergangenen Schuljahr, wie die Schulbehörde am Dienstag mitteilte. Allein die ersten Klassen starteten mit 16.839 und damit rund 800 Kindern mehr als im vorangegangenen Schuljahr. Die Zahl der Lehrkräfte sowie Pädagoginnen und Pädagogen steige um 542 auf 17.196.

Der Schülerzuwachs bezieht sich den Angaben zufolge allein auf staatliche Einrichtungen. Während sich dort 6260 Schülerinnen und Schüler mehr angemeldet hätten, sinke die Zahl der Schüler an den allgemeinbildenden Privatschulen um 200 auf 18.400. Grund sei vor allem die Schließung einzelner Schulen durch die katholische Kirche, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). An den staatlichen Grundschulen inklusive der Vorschule steigt die Zahl der Schüler damit um 5,2 Prozent auf rund 74.800, an den weiterführenden Schulen lernen an den Stadtteilschulen rund 57.800 Kinder und Jugendliche (plus 1500) und an den Gymnasien 55.200 (plus 1400).

Entsprechend klettert auch die Zahl der Grundschullehrerinnen und -lehrer um 220 auf 5057, die der Lehrkräfte an Stadtteilschulen um 174 auf 5408 und die der Gymnasiallehrer um 47 auf 3839. Hinzu kommen 779 Stellen an Sonderschulen (minus vier) und 2113 Stellen für pädagogisches und therapeutisches Fachpersonal (plus 105), so dass sich inklusive der 2459 Stellen an den berufsbildenden Schulen fast 20.000 Pädagoginnen und Pädagogen um Hamburgs Schülerinnen und Schüler kümmern.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie erklärte die Behörde, dass die Schulen nach den gleichen Regeln ins Schuljahr starten wie sie im vergangenen Schuljahr aufgehört haben - nämlich ohne Einschränkungen. Sollte sich die Lage aber gravierend ändern, könnten eine Masken- und Testpflicht wieder eingeführt und die mobilen Lüftungsgeräte wieder eingeschaltet werden, wie Rabe sagte. Weiterhin soll jedoch jeder Unterrichtsraum alle 20 Minuten für fünf Minuten gelüftet werden. «Dabei bleibt es auch in Zukunft», sagte Rabe.

Nach Angaben der Schulbehörde sind inzwischen knapp 4300 vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche an Hamburger Schulen untergekommen, 500 weitere würden derzeit den Schulen zugewiesen. «Hamburgs Schulen haben in kürzester Zeit tausende ukrainische Schülerinnen und Schüler aufgenommen und für sie rund 120 neue Schulklassen aufgebaut», erklärte Rabe. Er betonte, auch in diesem Schuljahr sei jedem Neuankömmling ein Platz in einer Klasse sicher. «Jede und jeder ist willkommen.»

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat Hamburg der Schulbehörde zufolge keine Nachwuchssorgen bei den Lehrkräften. Bislang gebe es knapp doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber auf die angebotenen 398 Stellen für Referendarinnen und Referendare. Insgesamt bilde Hamburg pro Jahr rund 810 neue Lehrkräfte aus. Am begehrtesten seien nach wie vor die Plätze für den Vorbereitungsdienst an Gymnasien, gefolgt von Plätzen für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I.

Die Zahl der Schulen in Hamburg ist den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Es gebe 225 private und staatliche Grundschulen, 85 private und staatliche Stadtteilschulen und 74 private und staatliche Gymnasien. Hinzu kommen 54 berufsbildende Schulen, 31 Sonderschulen und vier Schulen der Erwachsenenbildung.

Bis 2030 plant der Senat den Bau von rund 35 neuen Schulen. Bis Ende kommenden Jahres sollen 29 Sporthallen und 24 neue Kantinen fertig werden. Zudem sollen Schulen um 21 Klassenhäuser in modularer Bauweise erweitert werden. Um Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zu verringern, will die Behörde Hamburgs Schulgebäude sukzessive mit Solardächern, Gründächern, mit Wärmepumpen und einer automatischen Steuerung der Heizungsanlagen ausstatten.

«Jetzt in der Gas-Krise überprüfen wir noch einmal mit allen Beteiligten, wo wir noch weiter optimieren können», sagte Rabe. Dabei werde der Unterricht nicht beeinträchtigt. «Niemand soll mit Schneeanzug und Pudelmütze im Klassenraum lernen müssen.» Allerdings könnten die Lüftungsregeln genauer befolgt werden. «Zu oft werden die Fenster zum Schutz vor Corona-Infektionen dauerhaft angekippt, statt sie fünf Minuten lang im Rahmen der sogenannten Stoßlüftung komplett zu öffnen und danach wieder fest zu verschließen», sagte Rabe. Allein dadurch «könnten wir Millionen Kilowattstunden Gas einsparen».

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