Hamburger Richter

Nach feigem Farbanschlag: Jetzt spricht der Richterverein

Amtsrichter Johann Krieten ist für Teile der linken Szene zum Feindbild geworden.

Amtsrichter Johann Krieten ist für Teile der linken Szene zum Feindbild geworden.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Der Richterverein bezeichnet die Attacke auf das Wohnhaus von Johann Krieten als „unerträglichen Angriff auf den Rechtsstaat".

Hamburg. Als „unerträglichen Angriff auf den Rechtsstaat“ hat der Hamburgische Richterverein den Anschlag auf das Wohnhaus von Amtsrichter Johann Krieten bezeichnet. Die Attacke auf das Haus des Juristen mit Farbe und Buttersäure war in der Nacht vom 3. auf den 4. August erfolgt. Die noch unbekannten Täter sind mutmaßlich dem linksextremen Spek­trum zuzuordnen.

Bereits im Dezember 2021 hatten linksautonome Gruppen zu einer Demonstration zum Privathaus von Krieten aufgerufen, um gegen G20-Urteile des Richters zu protestieren. Damals waren 27 Personen dem Aufruf gefolgt.

Farbanschlag: Weitere Vorfälle müssen "verhindert werden"

Der neue Anschlag auf das Wohnhaus des Richters müsse als „weitere Steigerung der Feindschaft gegenüber dem Rechtsstaat“ gesehen werden, so der Richterverein weiter. Er erwarte, dass „diese Entwicklung nicht allein von den Strafverfolgungsbehörden, sondern auch von den für Prävention zuständigen Stellen so gewürdigt wird, dass weitere Vorfälle verhindert werden“. Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) hatte den Anschlag bereits als „Schande“ bezeichnet.

Krieten gilt als Richter deutlicher Worte und hatte beispielsweise im Zusammenhang mit G20 mehrere Täter zu zum Teil harten Strafen verurteilt. Das macht ihn für manche zum Feindbild.

( bem )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg