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Blitzatlas 2021: Wo im Norden die meisten Blitze einschlugen

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Im Jahr 2021 schlugen in Deutschland mehr Blitze ein als im Vorjahr.

Im Jahr 2021 schlugen in Deutschland mehr Blitze ein als im Vorjahr.

Foto: picture alliance / dpa / Robert Michael

In Deutschland hat es im Jahr 2021 deutlich häufiger geblitzt als im Vorjahr. Schleswig-Holstein ist Blitzlicht-Hotspot im Norden.

Kiel/Hamburg/Schwerin. Im vergangenen Jahr schlugen deutschlandweit mehr Blitze als im Vorjahr ein. Laut dem am Montag veröffentlichten Siemens Blitzatlas 2021 donnerten 491.000 der leuchtenden Unwetter herab, knapp 100.000 mehr als im Jahr 2020. Jeder elfte Blitz schlug am 29. Juni ein – nicht ohne Folgen: Die Blitze trugen schwere Schäden in Teilen der Bundesrepublik mit sich. Schleswig-Holstein ist Blitzlicht-Hotspot im Norden.

"2021 war gegnüber den Vorjahren wieder deutlich niederschlagsreicher bei dennoch hohen Temperaturen", erklärt der Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens, Stephan Thern. "Damit waren die Grundvorraussetzung für Gewitter - Feuchtigkeit und heiße Temperaturen - vorhanden, um ein noch deutlich blitzintensiveres Jahr zu registrieren".

Schleswig Holstein ist Blitzlicht-Hotspot im Norden

Schleswig-Holstein ist im neuen Blitzatlas Spitzenreiter unter den Nord-Bundesländern. Mit einer Dichte von 1,67 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer lag das Bundesland im vergangenen Jahr vor Hamburg (1,66 Einschläge pro Quadratkilometer), Mecklenburg-Vorpommern (1,44) und Niedersachsen (1,18). Die höchste Blitzdichte unter den Bundesländern verzeichnete Baden-Württemberg mit 2,61 Blitzen pro Quadratkilometern, danach kam Bayern (2,18).

Im bundesweiten Vergleich der Städte und Landkreise ist die Landeshauptstadt Kiel unter den Top 20: Mit einer Blitzdichte von knapp 3,96 steht die Stadt an 17. Stelle. In Schleswig-Holstein folgen die Kreise Plön (2,67), Segeberg (2,28) und Rendsburg-Eckernförde (1,74).

In Schwerin blitzt es nur selten

In Mecklenburg-Vorpommern hat es vor allem im östlichen Landkreis öfters geblitzt. Knapp 8000 Mal schlug in Vorpommern-Greifswald der Blitz ein. Auf Platz zwei und drei landeten die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte (1,9) und Vorpommern-Rügen (1,7).

Die wenigsten Blitzeinschläge verzeichnete im Nordosten die Landeshauptstadt Schwerin mit 0,5 Einschlägen je Quadratkilometer. Insgesamt gab es im Nordosten 2021 mit gut 33.200 registrierten Einschlägen kaum mehr als im Jahr davor (32 500). Mit rund 1,4 Einschlägen je Quadratkilometer landete MV 2021 von allen Bundesländer auf dem fünften Platz.

In Süddeutschland blitzt es am häufigsten

Spitzenreiter unter den Landeshauptstädten ist München, wo 4,43 Blitze pro Quadratkilometer gezählt wurden. Den letzten Platz nimmt die Stadt Bremen ein, mit 0,26 Blitzereignissen pro Quadratkilometer.

Deutschlandweite Blitz-Hochburg ist dem Blitz-Informationsdienst zufolge der Landkreis Starnberg mit einer 7,6 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Am wenigsten geblitzt hingegen hat es in Solingen: Mit 0,81 Blitzen pro Quadratkilometer gab es hier im Verhältnis die wenigsten Einschläge.

Gezählt wurden stets Blitzeinschläge, so genannte Erdblitze, keine Entladungen innerhalb der Wolken. Blitze entstehen bei Gewittern: Das heftige Auf und Ab von Wasser- und Eisteilchen in der Gewitterwolke führt zu einer Polarisierung der natürlichen Luftelektrizität. Wird das Spannungsfeld zwischen positiver und negativer Ladung zu stark, entlädt sich ein Blitz.

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( gef/dpa )