Ferienbeginn

Urlauber und Streik: Hamburger Airport besteht Stresstest

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Flugreisende warten in langen Schlangen an der Sicherheitskontrolle im Airport Hamburg.

Flugreisende warten in langen Schlangen an der Sicherheitskontrolle im Airport Hamburg.

Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Stabil und entspannt: Das befürchtete Chaos am Hamburger Flughafen zu Beginn der Sommerreisewelle bleibt aus. Die Passagiere seien gut vorbereitet, sagt eine Airport-Sprecherin. Die Gewerkschaft Verdi freut sich über einen Warnstreik ohne Folgen.

Hamburg (dpa/lno). Mit dem Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat der Hamburger Flughafen den betriebsstärksten Tag seit Beginn der Corona-Pandemie erlebt. Voraussichtlich werde die Zahl der Passagiere am Freitag bei 45.000 liegen, sagte eine Sprecherin des Helmut-Schmidt-Flughafens. «Das war der erste größere Stresstest.» Es sei gut gelaufen. Vermutlich werde die Passagierzahl erst am kommenden Freitag, nach dem Beginn der Schulferien in Hamburg, übertroffen. Dann erwartet der Airport bis zu 50.000 Menschen, die abfliegen oder ankommen. Im Vor-Corona-Jahr 2019 gab es an Spitzentagen bis zu 65.000 Reisende.

Am frühen Freitagmorgen kam es zu längeren Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen. Wegen des hohen Aufkommens habe der Flughafen bereits um 3.15 Uhr die Terminals geöffnet und um 3.30 Uhr die Check-In-Schalter aufgemacht. Am Morgen seien bereits viele Familien in den Urlaub geflogen - dabei kam es laut Bundespolizei schon um 4.30 Uhr zu Wartezeiten von bis zu 60 Minuten vor den Sicherheitskontrollen. Gegen Mittag hätten die Passagiere maximal 45 Minuten warten müssen. Die sogenannten Krisenreaktionskräfte der Bundespolizei - 15 bis 20 Beamte - unterstützen die Luftsicherheitsassistenten bei den Kontrollen.

Die Flughafensprecherin lobte das Verhalten der Reisenden: «Die Passagiere sind sehr gut vorbereitet, darum ist die Lage stabil und entspannt.» Flughafen und Bundespolizei hatten in den vergangenen Wochen immer wieder auf die Bestimmungen zum Handgepäck verwiesen. Auch die Bundespolizei machte den Reisenden ein Kompliment: «Die Luftsicherheitsassistenten haben sehr viel Verständnis für ihre Aufgabenwahrnehmung verspürt.»

Unterdessen beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 100 Beschäftigte einer Instandhaltungsfirma an einem Warnstreik. Rund 70 Mitarbeiter hätten an einer Kundgebung teilgenommen, 30 weitere seien dem Streikaufruf gefolgt. «Das ist eine sehr hohe Beteiligung, wir sind total zufrieden», sagte Gewerkschaftssekretär Lars Stubbe. Verdi hatte die insgesamt rund 180 Mitarbeiter der Real Estate Maintenance Hamburg (RMH), einer Tochter der Flughafengesellschaft, zu einer eintägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die RMH-Beschäftigten sind für die Instandhaltung von Gebäuden und Anlagen wie Gepäckbeförderbänder und anderer technischer Infrastrukturen zuständig. Der Tarifstreit habe gar keine Auswirkungen auf Passagiere gehabt, sagte die Flughafensprecherin.

Mit dem Warnstreik will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Anhebung der Löhne um 8,5 Prozent. Für Gewerkschaftsmitglieder soll es zudem zwei freie Tage und 260 Euro «Erholungsbeihilfe» pro Jahr geben. Die Arbeitgeber hätten dagegen bislang nur vier Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von zwei Jahren sowie weitere, nicht tabellenwirksame Leistungen angeboten.

Dass der Warnstreik mit dem Passagieransturm zum Ferienbeginn zusammenfalle, sei nicht geplant und gewollt gewesen, sagte Stubbe. «Das ist ein Zufall.» Das Angebot der Arbeitgeber sei einfach nicht gut genug gewesen. Jetzt erwartet die Gewerkschaft einen verhandlungsfähigen Vorschlag. Die nächste Tarifrunde soll am 11. Juli stattfinden.

An den Spitzentagen des Sommers sind in Hamburg bis zu 170 Starts und ebenso viele Landungen geplant. 50 Airlines fliegen 115 Direktziele an. Die beliebtesten Destinationen sind nach Angaben des Airports Mallorca, Antalya in der Türkei und die griechische Insel Kreta.

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