Flughafen Hamburg

Warnstreik am Airport: "Die Fluggäste mussten geduldig sein"

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Lange Schlangen ziehen sich am Freitagvormittag durch die Terminals im Flughafen Hamburg. Der Warnstreik habe aber bisher keine Auswirkungen auf den Betrieb, heißt es.

Lange Schlangen ziehen sich am Freitagvormittag durch die Terminals im Flughafen Hamburg. Der Warnstreik habe aber bisher keine Auswirkungen auf den Betrieb, heißt es.

Foto: Christian Charisius / dpa

Flughafen und Bundespolizei loben die "sehr gut vorbereiteten" Fluggäste. Streik beim technischen Personal bislang folgenlos.

Hamburg. Ausgerechnet am vermutlich betriebsstärksten Tag am Flughafen Hamburg seit Beginn der Corona-Pandemie – man rechnete am Freitag mit insgesamt 45.000 Fluggästen, die abfliegen oder ankommen – sind Beschäftigte einer Instandhaltungsfirma in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Ver.di hat die rund 180 Mitarbeiter der Real Estate Maintenance Hamburg (RMH), einer Tochter der Flughafengesellschaft, zu einer eintägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die RMH-Beschäftigten sind für die Instandhaltung der Technik in der Gepäckbeförderung, der Startbahnen und anderer technischer Infrastrukturen zuständig. Zwar hat der Ausstand laut einer Flughafensprecherin keine direkten Auswirkungen auf den Betrieb am Airport – mit langen Wartezeiten müssen Reisende dennoch rechnen.

Flughafen Hamburg: Warnstreik zu Ferienbeginn "ein Zufall"

Mit dem Warnstreik will Ver.di den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Anhebung der Löhne um 8,5 Prozent sowie Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber hätten dagegen bislang nur jeweils vier Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von zwei Jahren sowie weitere, nicht tabellenwirksame Leistungen angeboten.

Dass der Warnstreik mit dem Passagieransturm zum Ferienbeginn zusammenfalle, sei nicht geplant und gewollt gewesen, sagte Stubbe. „Das ist ein Zufall.“ Das Angebot der Arbeitgeber sei einfach nicht gut genug gewesen. „Es geht uns darum deutlich zu machen, dass die Kollegen hinter den Forderungen stehen“, sagte der Gewerkschaftssekretär. Auch er schloss Auswirkungen auf die Abfertigung der Passagiere nicht völlig aus, etwa wenn es einen Schaden an einem Gepäckbeförderungsband geben sollte. „Das können wir überhaupt nicht beeinflussen“, sagte Stubbe.

Flughafen Hamburg: Hochbetrieb schon seit dem frühen Morgen

Schon seit dem frühen Morgen herrschte Hochbetrieb: Bereits um 5.30 Uhr zogen sich die Warteschlangen für die zentrale Sicherheitskontrolle bis weit in beide Terminals. Die Wartezeit betrug nach Abendblatt-Informationen eine Stunde – und das, obwohl alle Schalter der Sicherheitskontrolle geöffnet waren und die angekündigten "Krisenreaktionskräfte" der Bundespolizei die FraSec-Angestellten unterstützen. Eine Flughafensprecherin lobte das Verhalten der Reisenden: „Die Passagiere sind sehr gut vorbereitet, darum ist die Lage stabil und entspannt.“

Auch die Bundespolizei spricht von Wartezeiten in den Verkehrsspitzen von 45 bis 60 Minuten. „Die Fluggäste mussten zeitweilig geduldig sein“, sagte Sprecherin Stephanie Flick am Abend. Neben der Unterstützung durch Krisenreaktionskräfte in der Kontrolle, haben Bundespolizisten bei einer vorgelagerten Einweisung Fluggäste angesprochen, "damit Zeit bei der Vorbereitung auf die Kontrolle gespart werden konnte", heißt es. "Insbesondere ging es hierbei um Flüssigkeiten über 100ml, die erst gar nicht in Kontrollstelle gelangen sollten", so Flick. Dadurch habe man den Kontrollprozess optimieren können.

Flughafen Hamburg: Bundespolizei lobt Fluggäste

"Besonders positiv fiel den eingesetzten Luftsicherheitsassistenten auf, dass die Fluggäste ein erhöhtes Verständnis für ihre Arbeit entgegenbrachten", lobt Flick. "Der Dank für den Einsatz, der von vielen ausgesprochen wurde, war die beste Motivation für die Mitarbeitenden."

Auch für die kommenden Wochen bittet die Bundespolizei Fluggäste, rechtzeitig zum Flughafen zu kommen und nach dem Check-in sofort zur Sicherheitskontrolle zu gehen. "Ein wesentlicher Punkt zur Beschleunigung der Abläufe bei der Sicherheitskontrolle ist, nur die Gegenstände im Handgepäck mitzunehmen, die unbedingt während des Fluges benötigt werden", betont Flick noch einmal.

Bereits in den vergangenen Tagen mussten Passagiere wegen Personalmangels am Airport teils lange Wartezeiten hinnehmen. Auch stapeln sich inzwischen rund 2000 Gepäckstücke, wie Eggenschwiler sagte. Dabei handelt es sich um Koffer, Taschen und Kinderwagen, die mit einem späteren Flug als der Passagier in Hamburg angekommen sind. Um den Strom der Passagiere zu entzerren, hat der Flughafen die Öffnungszeiten der Sicherheitskontrolle verlängert, auch viele Check-In-Schalter öffnen während der Sommerferien bereits um 3.30 Uhr.

( dpa/josi/ras )

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