Schülerturnier Hamburg

So verlief das Schüler-Schachturnier unter freiem Himmel

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Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) spielt auf dem Schul-Schachturnier "Rechtes Alsterufer gegen Linkes Alsterufer" eine Kurzpartie gegen die sechs jährige Elena von der Schule Genslerstraße.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) spielt auf dem Schul-Schachturnier "Rechtes Alsterufer gegen Linkes Alsterufer" eine Kurzpartie gegen die sechs jährige Elena von der Schule Genslerstraße.

Foto: Markus Scholz / dpa

2176 Schülerinnen und Schüler nahmen am Traditionsturnier „Rechtes gegen Linkes Alsterufer“ teil – trotz hoher Temperaturen.

Hamburg. Schach zu spielen gehört offenbar zum gehobenen Anforderungsprofil der SPD-Spitzenpolitiker. Also setzte sich Peter Tschentscher beim traditionellen Hamburger Schülerturnier „Rechtes gegen Linkes Alsterufer“ gegen Elena (6) aus der Barmbeker Grundschule Genslerstraße ans Brett, demonstrierte in einer skandinavischen Spieleröffnung (1. e4 d5) seine Kunst der Bauernführung. Als sich der schwarze d-Bauer des Bürgermeisters fast bis zur gegnerischen Grundreihe durchgeschlagen hatte, endete die Partie – mit einem staatsmännischen Remis.

Tschentscher hatte die kürzeste Anreise zum größten Schüler-Schachturnier der Welt, das erstmals seit 1958 im Freien auf dem Rathausmarkt ausgetragen wurde. 2176 Schülerinnen und Schüler waren erschienen, 160 weitere der Eißendorfer Schule in der Alten Forst hatten sich erst an- und am Vortag abgemeldet, weil angeblich die Toilettenfrage nicht geklärt sei. Allerdings standen insgesamt 50 im Restaurant Parlament und in der Rathauspassage zur Verfügung.

Traditionelles Schüler-Schachturnier erstmals auf Rathausmarkt

Die Frage besorgter Eltern nach Sonnenschirmen konnte indes nicht zufriedenstellend geklärt werden: Sie gab es nicht, Caps dafür en masse. Bei Temperaturen um 26 Grad Celsius brüteten die Gehirne dennoch nur über den Schachzügen, jene des rechten Alsterufers etwas erfolgreicher, es gewann mit 584,5:503,5 Punkten. Die Ida Ehre Schule (Hoheluft) durfte dafür stellvertretend den Pokal jubelnd entgegennehmen.

Chef-Organisator Björn Lengwenus (50), Direktor der Eliteschule des Sports am Alten Teichweg, konnte in diesem Moment durchatmen. Es hatte nicht geregnet, es blies kein störender Wind, der Aufbau der Tische und Bretter hatte trotz logistischer Probleme – die Laster durften nicht auf den Rathausmarkt fahren – rechtzeitig geklappt. Tschentscher jedenfalls zeigte sich beeindruckt und empfahl, die jährliche Veranstaltung auch künftig im Freien an verschiedenen Orten der Stadt abzuhalten.

Für Lengwenus, der mit Fächer übergreifendem Lernerfolg öfter mal Schach statt Mathe auf den Stundenplan setzte, war die positive Resonanz auf die Veranstaltung auch deshalb wichtig, „weil Schulschach unter den Corona-Beschränkungen stark gelitten hat“. Rund ein Fünftel der Kurse waren in den vergangenen zwei Jahren verloren gegangen.

( rg )

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