Badeseen

Abkühlung abseits des Trubels? Geheimtipp Naturstrände!

| Lesedauer: 6 Minuten
Edgar S. Hasse
Geheimtipp im Südosten der Stadt: Hamburgs tiefster See, der Hohendeicher See – auch bekannt als Oortkatensee.

Geheimtipp im Südosten der Stadt: Hamburgs tiefster See, der Hohendeicher See – auch bekannt als Oortkatensee.

Foto: Hamburger Abendblatt / Andreas Laible

Viele Strände und Ufer sind bei schönem Wetter schnell überfüllt. Zum Glück gibt es auch Badefreuden, ohne Schlange zu stehen.

Hamburg.  Die Junisonne zaubert den Sommer in den Norden zurück – mit Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius. Funkelnde Seen locken zum Baden, Sandstrände unter Schatten spendenden Bäumen laden zum Verweilen ein.

Ein neues Buch von Abendblatt-Redakteur Edgar S. Hasse erkundet die Küsten und Ufer der Hansestadt und ihrer Umgebung („Hamburgs Inseln und Strände“, Junius Verlag, 184 S., 16,80 Euro). Das Abendblatt hat daraus sechs Touren zu den schönsten Naturstränden ausgewählt, die abseits von den frequentierten Badeorten liegen.

Badeseen: Garrensee ist besonders klar

Wie ein Smaragd schimmert in einem Buchenmischwald bei Ratzeburg der 22,3 Meter tiefe Garrensee. Wer vom Parkplatz an der B 208 dem Wegweiser folgt, kann an drei Badestellen ins Wasser tauchen. Links führt der Waldweg zu einem kleinen, rund 40 Meter langen Strand. Der allein würde die Tour für ein ausgiebiges Sonnenbad nicht lohnen, gäbe es hier nicht das besonders weiche Wasser. Der 18 Hektar große See ist ein extrem kalk- und nährstoffarmes, klares Gewässer. Phosphor und Stickstoff werden von den Behörden regelmäßig in nur niedriger Konzentration gemessen.

Hunde sind an diesem Strand, der mitten im Naturschutzgebiet Salemer Moor mit angrenzenden Wäldern und Seen liegt, an der Leine zu führen. Das Baden an anderen Stellen als an den ausgewiesenen Abschnitten ist untersagt – ebenso wie Wassersport. Denn diese Region ist von europäischer Bedeutung: Die schmelzenden Gletscher haben während der letzten Eiszeit vor 11.000 Jahren ein einzigartiges Gebiet von Talrinnen, Hochmooren und steilen Moränenhängen mit seltenen Pflanzen entstehen lassen.

Der Wanderparkplatz zum Garrensee befindet sich bei Ratzeburg an der B 208 zwischen Ziethen und Mustin jeweils auf der rechten und linken Straßenseite. Keine Parkgebühren.

Hohendeicher See (Oortkatensee)

Die größte Badestelle mit dem 120 Meter langen und rund zehn Meter breiten groben Sandstrand und Liegewiese befindet sich im Süden des Hohendeicher Sees am Overwerder Weg. Das Ufer ist an dieser Stelle fast vegetationsfrei. Auf geringem Gefälle gleitet der Badegast ins kühle Nass. Blesshühner schwimmen im Wasser, und plötzlich guckt ein Taucher aus dem See heraus.

Denn der Hohendeicher See lockt viele Wassersportler an. Schließlich ist er mit seinen 2,2 Kilometern Länge und 440 Metern Breite der wasserreichste und mit 19 Metern der tiefste See der Stadt. Während der Osten fest in der Hand der Camper ist, sind es im Westen die Windsurfer, im Süden Wassernixen und Taucher, im Norden der Segelclub Vierlande.

Die kostenfreie Badestelle Süd ist mit dem ÖPNV gut zu erreichen (Busse der Linie 120 und 223 bis zur Haltestelle Overwerder, von dort aus sind es einige Meter bis zum Strand.

Strandbad Farmsen

Die „Copacabana“ im Bezirk Wandsbek lässt kaum Wünsche offen: Bis auf das westliche Ufer umgeben Liegewiesen den See im Strandbad Farmsen. Am Ostufer erstreckt sich ein fast 200 Meter langer gepflegter Sandstrand. Es gibt Umkleiden, Duschen, Toiletten, einen Kiosk und eine Wasserrutsche für Kinder. Der 1,7 Hektar große und 8,2 Meter tiefe Natursee liegt in einer kleinen Senke und wird hauptsächlich vom Grundwasser gespeist.

Zu ausgewählten Zeiten nimmt die „BSG Sportfischen Hamburg Wasser“ vom Strandbad Besitz. Dann dürfen die Mitglieder angeln und haben manchmal auch Hechte am Haken. Die Wasserqualität bewertet die Umweltbehörde immer wieder als „ausgezeichnet“. Dazu trägt die Pelicon-Filteranlage bei, die Phosphor aus dem Wasser eliminieren kann. Betreiber des Bads ist seit 1988 der Verein Strandbad Farmsen.

Adresse: Neusurenland 67. Mit dem ÖPNV: U1 bis nach Farmsen, dort in den Bus (u.a. Linie 27 und 168) bis zur Haltestelle Neusurenland oder Rönkoppel. Eintritt: 4 bzw. 2 Euro.

Rettin

Raus ans Meer: Zehn Kilometer lang ist der Ostseestrand zwischen Neustadt in Holstein und seinen kleinen Ortsteilen Pelzerhaken und Rettin. Am Strandabschnitt 23 im beschaulichen Ort Rettin erstreckt sich ein rund 400 Meter langer Hundestrand – feiner Sand für Mensch und Tier, am Ufer wird es dagegen etwas steiniger.

Andere Bereiche sind für Badende (auch FKK) und Surfer gedacht. Der feine Sandstrand stammt übrigens, erdgeschichtlich betrachtet, aus Skandinavien.

Anfahrt: Mit dem Auto auf die A1 Richtung Fehmarn, Abfahrt Neustadt. Adresse: Strandweg 93.

Allermöher See

Den beliebten, aber auch teilweise gefährlichen Allermöher See im Bezirk Bergedorf gibt es seit 1984. Während wie bei vielen Baggerseen seine Ufer abrupt ins Wasser fallen, führt der 200 Meter lange und zehn Meter breite helle Sandstrand an der Badestelle im Nordosten sanft ins kühle Nass. And diesen Strand schließt sich eine große Liegewiese an. Toiletten, Duschen, Grillplatz und Spielplatz vorhanden, ebenso Rettungsring und Notrufsäule.

Anfahrt: Mit Bus der Linie 12 oder 329 ab Bahnhof Bergedorf bis zum Wilhelm-Osterhold-Stieg. Von dort aus zehn Minuten Fußweg.

Großensee

Die Gemeinde Großensee(Kreis Stormarn) betreibt am 73 Hektar umfassenden Großensee ein gepflegtes Strandbad (Freibad Südstrand). Direkt am 60 Meter langen Sandstrand schließt sich eine Liegewiese an.

Langer Bootssteg, Volleyballplatz, Toiletten, Dusche und Kiosk sind ebenfalls vorhanden. Ein Team der DLRG ist vor Ort.

Großensee, Seestraße 1, Eintritt: 1 bis 3 Euro

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