Winterhuder Weg

Frau vor Geschäft niedergestochen – Mordkommission ermittelt

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Winterhuder Weg: Spurensicherer des Landeskriminalamtes am Tatort.

Winterhuder Weg: Spurensicherer des Landeskriminalamtes am Tatort.

Foto: Michael Arning

Mitarbeiter eines Lieferdienstes zieht die schwer verletzte Frau in den Laden und rettet ihr so wohl das Leben. Die Einzelheiten.

Hamburg. Grausame Szenen am Sonnabendmorgen vor der Filiale eines Lebensmittel-Lieferdienstes am Winterhuder Weg/Ecke Mozartstraße (Barmbek-Süd). Ein 25 Jahre alter Mann griff dort mit einem Messer eine 41 Jahre alte Frau an, stach ihr in den Hals.

Messerangriff in Barmbek-Süd: Mitarbeiter rettet blutende Frau ins Geschäft

Das blutende Opfer wurde von einem Mitarbeiter des Ladens, der den Angriff beobachtet hatte, geistesgegenwärtig in das Geschäft gezogen. Von innen lehnte sich der Retter gegen die Tür, um den rasenden Angreifer abzuhalten. Der versuchte noch, die Tür einzutreten, um weiter auf die Frau einzustechen.

Messerstecher versucht, Tür einzutreten

Ein weiterer Mitarbeiter des Lieferdienstes alarmierte parallel die Polizei Hamburg. Mehrere Beamte überwältigten den Messerstecher schließlich in Tatortnähe, stellten die Tatwaffe sicher und brachten ihn in Handschellen zur nächsten Wache.

Es war offenbar ein gezielter, gut abgepasster Angriff auf die 41-Jährige, der sich gegen 8:40 Uhr ereignete. Denn die Frau wohnt eigentlich in Steilshoop, der Angreifer lebt in Finkenwerder. Beide waren bis vor Kurzem ein Paar gewesen, dann hatte die Frau die Beziehung zu dem Mann beendet.

Die Frau wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Inzwischen soll sich ihr Zustand stabilisiert haben. Laut Polizei bestand Lebensgefahr.

Der 25-Jährige sei in Untersuchungshaft genommen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Gegen ihn ermittelt jetzt die Mordkommission wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

Bereits elf Beziehungstaten in diesem Jahr

Die Messerattacke in Barmbek-Süd ist eine von elf sogenannten Beziehungstaten, die bei den 23 in diesem Jahr bekannt gewordenen versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten gezählt wurden. In der überwiegenden Zahl waren Frauen Opfer. In zwei Fällen waren es aber auch Frauen, die ihre Ex-Lebenspartner attackiert hatten.

Für besonderes Aufsehen hatte eine Attacke in Ottensen gesorgt: Anfang April hatte ein 22 Jahre alter Schweizer Politiker eine gleichaltrige junge Frau getötet. Sein offensichtliches Motiv: Sie wollte keine Beziehung zu dem jungen Mann. Der war dann gezielt bewaffnet angereist und hatte sie vor ihrer Wohnungstür erschossen.

( jab/dpa/zv )

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