Umwelt

Senats-Dienstwagenflotte fällt im CO2-Check zurück

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dpa

Hamburg/Berlin. Die Dienstwagenflotte des rot-grünen Hamburger Senats ist beim CO2-Ausstoß-Vergleich unter den Landesregierungen weiter zurückgefallen. Laut einer am Donnerstag von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin vorgelegten Auswertung belegen die Dienstwagen des Bürgermeisters und der Senatoren im bundesweiten Vergleich nur noch Platz fünf. Im vergangenen Jahr lagen die Hamburger Regierungskarossen noch auf Platz vier, 2019 sogar auf Platz zwei. Bewertet wurde der sogenannte "reale CO2-Ausstoß" pro Kilometer, der deutlich über den Angaben zum offiziellen CO2-Normausstoß der Autohersteller liegt.

Die Dienstwagen des Hamburger Senats kommen demnach im Schnitt auf 211 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Den geringsten Flottenausstoß haben mit 137 Gramm die Dienstwagen des Berliner Senats, gefolgt von Baden-Württemberg mit 198 und Brandenburg mit 203 Gramm pro Kilometer. Schlusslicht bildet die Dienstwagenflotte der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die im Schnitt 279 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.

Im Vergleich der Länderregierungschefs landet der Plug-in-Hybrid von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit einem Ausstoß von 222 Gramm CO2 auf Platz fünf. Den Spitzenplatz hält Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dessen Stromer es laut Umwelthilfe lediglich auf 70 Gramm CO2 bringt.

Was den Hamburger Senat angeht, verzichtet Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) als einziger ganz auf einen Dienstwagen und erhält dafür von der DUH einen Daumen hoch. Die Diesel-Hybrid-Fahrzeuge von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt und Schulsenator Ties Rabe (beide SPD) haben in der Senatsflotte mit jeweils 188 Gramm CO2 pro Kilometer den geringsten, die Plug-in-Hybrid-Benziner von Kultursenator Carsten Brosda und Finanzsenator Andreas Dressel (beide SPD) mit 231 den höchsten CO2-Ausstoß.

DUH-Geschäftsführerin Barbara Metz kritisierte, dass die Regierungen statt auf sparsame Elektrofahrzeuge nach wie vor in großer Menge auf Plug-in-Hybride setzten. "Und das, obwohl ihnen bekannt ist, dass diese Fahrzeuge nur auf dem Papier sparsam sind, im realen Betrieb jedoch besonders klimaschädlich." Die Deutsche Umwelthilfe rechnet regelmäßig aus, wie umweltschädlich Dienstwagen von Politikern sind, mittlerweile bereits zum 16. Mal. In diesem Jahr fand die Untersuchung zwischen Januar und Mai statt.

© dpa-infocom, dpa:220519-99-352216/2

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( dpa )