Konferenz in Hamburg

Minister sind sich einig: Sport soll mehr Bedeutung erhalten

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Andy Grote (53) und seine Kolleginnen und Kollegen wollen der Sportministerkonferenz größere politische Bedeutung geben.

Andy Grote (53) und seine Kolleginnen und Kollegen wollen der Sportministerkonferenz größere politische Bedeutung geben.

Foto: IMAGO / Andre Lenthe

Im Hotel Le Méridien an der Außenalster trafen sich die Sportminister der 16 Bundesländer. Welche Themen auf der Agenda standen.

Hamburg.  Wenn Polizeiwagen vor dem Haus warten, Fahrzeuge abgeschleppt werden, sich uniformierte Beamtinnen und Beamte im Foyer beraten, Hunde die Konferenzräume durchschnüffeln – dann steht große Politik an.

Genau um die ging es gestern und geht es am heutigen Freitagmorgen im Hotel Le Méridien an der Außenalster bei der außerordentlichen Konferenz mit den Sportministerinnen und Sportministern der 16 Bundesländer sowie erstmals Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Auch Bernd Neuendorf, neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Thomas Weikert, neuer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), folgten der Einladung.

Konferenz in Hamburg: Sport soll mehr Bedeutung erhalten

Sport soll in der Bundespolitik größere Bedeutung erlangen. Das ist das Anliegen der Ressortleiter, ganz besonders das Vorhaben des Hamburger Innen- und Sportsenators Andy Grote (SPD), der mit der Active City ein Zeichen gesetzt hat, wie Sport behördenübergreifend vernetzt werden kann. Die Pandemie hatte die zuständigen Minister/Ministerinnen gelehrt, wie wichtig Sport für die Gesundheit, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein kann.

Gleichzeitig mussten sie erfahren, wie unwichtig er in der Wahrnehmung der Ministerpräsidentinnen, -präsidenten und der Bundeskanzlerin blieb, dass er es oft nicht mal auf die Tagesordnung schaffte. Und wenn doch, wurde über die Gefahren, die von ihm und seinen Anhängern angeblich ausgingen, gesprochen, nicht über seinen Nutzen für Leib und Seele.

„Die Pandemie hat dem Sport geschadet"

Das soll sich nun grundlegend ändern. „Die Pandemie hat dem Sport geschadet, die Clubs haben zahlreiche Mitglieder verloren, die emotionale Bindung ist geschwächt. Aber wir brauchen den Sport, gerade jetzt in Zeiten der Krise“, sagt Grote. „Nichts kittet Konflikte in einer Gesellschaft besser als der Sport.“

Die Bedeutung des Sports wird in einer vorbereiteten „Hamburger Erklärung“ festgehalten. Beschlossen werden soll, wie Vereine und Verbände finanziell stärker unterstützt werden können. Auch der Leistungssport steht auf der Agenda. „Wir sind mit dem Ergebnis der vergangenen Olympischen Sommerspiele nicht zufrieden“, sagte der rheinland-pfälzische Sport- und Innenminister Roger Lewentz (SPD). Mehr Fördermittel und weniger Medaillen – das passe nicht. Weiteres Thema: eine mögliche Ausrichtung Olympischer Spiele und weiterer Großereignisse in Deutschland.

( rg )

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