Polizei Hamburg

Kriminalität in Hamburg: So (un)sicher ist Ihr Stadtteil

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Der „Stadtteilatlas“ der Polizei Hamburg zeigt, welche Straftaten wie häufig in welchen Stadtteilen angezeigt wurden. (Symbolbild)

Der „Stadtteilatlas“ der Polizei Hamburg zeigt, welche Straftaten wie häufig in welchen Stadtteilen angezeigt wurden. (Symbolbild)

Foto: Michael Arning

Der „Stadtteilatlas“ der Polizei verrät, in welchen Teilen Hamburgs die meisten Straftaten angezeigt werden. Die große Übersicht.

Hamburg.  Der Stadtteil St. Georg war im vergangenen Jahr die Hochburg der Raubkriminalität. Die meisten Fahrräder wurden 2021 in Eimsbüttel gestohlen. Wegen Wohnungseinbrüchen rückte die Kripo am häufigsten nach Rahlstedt aus. Das verrät der „Stadtteilatlas“ der Polizei Hamburg. Er zeigt, welche Straftaten wie häufig in welchen Stadtteilen angezeigt wurden. Er zeigt auch, dass die Kriminalität im zweiten Corona-Jahr 2021 fast überall zurückging. Trotzdem gab es Überraschungen. Fast die Hälfte der 1462 Raubüberfälle ereignete sich im Bezirk Mitte. Besonders viele Taten (291) regis­trierte die Polizei in St. Georg. Auf St. Pauli gab es 120 Raube. Fast jeder dritte Raub hat sich also in diesen beiden Stadtteilen zugetragen.

Polizei Hamburg: So sicher ist Ihr Stadtteil

Im Bezirk Altona sind es die Stadtteile Altona-Altstadt mit 42 Taten und Altona-Nord mit 31, die am höchsten durch Raubkriminalität belastet sind. Das entspricht mehr als 44 Prozent der Raubkriminalität im Bezirk Altona. Der Bezirk Eimsbüttel ist nördlich der Elbe der am wenigsten durch Raubüberfälle belastete Bezirk. 102 Taten wurden dort 2021 registriert.

Die meisten Fälle ereigneten sich in Niendorf mit 26 Taten und dem Stadtteil Eimsbüttel mit 22 Taten. Im Bezirk Nord sind die Stadtteile Langenhorn mit 35 Taten und Barmbek-Nord mit 27 am höchsten belastet. Das sind knapp 38 Prozent der 165 Raubüberfälle in dem Bezirk. Der Bezirk Bergedorf verzeichnete mit 68 Taten die wenigsten Raubüberfälle aller Bezirke im vergangenen Jahr. Eindeutiger Schwerpunkt war mit 25 Taten Lohbrügge, gefolgt vom Stadtteil Bergedorf mit 22 Taten. Im Bezirk Harburg ist der gleichnamige Stadtteil mit 46 Raubtaten weit vorn. Es folgt Neugraben mit 16 Taten.

Kriminalität in Hamburg: Weniger Wohnungseinbrüche

Beim Wohnungseinbruch ist die Zahl der Taten in fast allen Bezirken deutlich zurückgegangen. Die Ausnahme ist der Bezirk Bergedorf. Dort gab es eine Zunahme in Höhe von sechs Prozent. Besonders belastet waren die Stadtteile Lohbrügge mit 58 Taten (9,4 Prozent mehr als im Vorjahr) und Bergedorf mit 49 Taten (25,6 Prozent mehr als im Vorjahr). Die meisten Wohnungseinbrüche ereigneten sich im vergangenen Jahr im Bezirk Wandsbek (609 Taten). Das waren 33,4 Prozent weniger Einbrüche als im Vorjahr. Stark belastet waren der bevölkerungsreichste Stadtteil Hamburgs, Rahlstedt, mit 126 Taten und Bramfeld mit 63 Taten. Im Bezirk Hamburg-Mitte wurden 2021 insgesamt 296 Wohnungseinbrüche gezählt. Das ist ein Rückgang um 43,5 Prozent. Am stärksten belastet waren die großen Stadtteile Billstedt mit 83 Taten und Wilhelmsburg mit 48 Taten.

Im Bezirk Altona wurden im vergangenen Jahr 258 Wohnungseinbruche angezeigt. Das sind 39,9 Prozent weniger als 2020. Die meisten Taten ereigneten sich in Bahrenfeld (38) und in Lurup (36). Im Bezirk Eimsbüttel waren Niendorf mit 62 Wohnungseinbrüchen und Eidelstedt mit 61 Wohnungseinbrüchen am stärksten belastet. Insgesamt ging in dem Bezirk die Einbruchskriminalität um 32,5 Prozent zurück. Im Bezirk Nord meldete die Polizei 273 Wohnungseinbrüche, 46,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Stark belastet waren Langenhorn mit 50 Taten und Winterhude mit 31 Taten. Der Bezirk Harburg ist trotz des Rückgangs der Einbruchskriminalität um 33,8 Prozent angesichts der geringen Bevölkerungszahl mit 325 der eigentlich am stärksten belastete Bezirk in Hamburg. Besonders betroffen ist der Süderelbebereich mit den Stadtteilen Neugraben (76 Taten) und Hausbruch (50 Taten).

Eimsbüttel und Winterhude sind Hochburgen der Fahrraddiebe

Wer sein Fahrrad liebt, sollte darauf im Stadtteil Eimsbüttel besonders gut aufpassen. 902 Taten wurden 2021 bei der Polizei angezeigt. Das ist einsame Spitze – und mehr als im gesamten Bezirk Harburg oder Bergedorf. Auf Platz zwei liegt Winterhude mit 579 Fahrraddiebstählen. Platz drei belegt Altona Nord mit 561 Taten, gefolgt vom Bahnhofsviertel St. Georg mit 550 Fahrraddiebstählen.

Jeweils mehr als 400 Fahrraddiebstähle wurden in den Stadtteilen St. Pauli (417), Ottensen (456), Bahrenfeld (404) und Eppendorf (401), jeweils mehr als 300 Taten in den Stadtteilen Altstadt (332), Neustadt (322), Hamm (367), Barmbek-Süd (324) und Langenhorn (330) gezählt. Im Bezirk Wandsbek wurden die meisten Fahrräder in Rahlstedt gestohlen (287). In den Bezirken Bergedorf (mit insgesamt 510 Taten) und Harburg (719 Taten) spielt Fahrraddiebstahl eine untergeordnete Rolle. Betroffen sind dort vor allem Stadtteile, in denen Bahnhöfe liegen.

Hier wurden die meisten Autos geklaut

Autobesitzer zeigten 1184-mal den Diebstahl ihrer Fahrzeuge an. Im Bezirk Mitte passierte das besonders oft in Billstedt (56), im Bezirk Altona im Stadtteil Bahrenfeld (29), im Bezirk Eimsbüttel im Stadtteil Eimsbüttel (32), im Bezirk Nord im Stadtteil Winterhude (50), im Bezirk Wandsbek in Farmsen-Berne (29), im Bezirk Bergedorf im Stadtteil Neuallermöhe (23) und im Bezirk Harburg im Stadtteil Heimfeld mit 18 Taten.

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