Corona Hamburg

DAK: Mehr Depressionen bei den 10- bis 14-Jährigen

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Krankenkasse DAK: Die Corona-Pandemie hat in Hamburg dafür gesorgt, dass Kinder zwischen 10 und 14 Jahren häufiger eine depressive Phase oder sogar Depressionen erlitten.

Krankenkasse DAK: Die Corona-Pandemie hat in Hamburg dafür gesorgt, dass Kinder zwischen 10 und 14 Jahren häufiger eine depressive Phase oder sogar Depressionen erlitten.

Foto: dpa

Die Krankenkasse fordert: Kinder- und Jugendgesundheit muss nach oben auf politische Agenda. Corona hatte auch überraschende Effekte.

Hamburg. Corona-Pandemie, Lockdown und zeitweise Schulschließungen haben bereits messbare Effekte auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Hamburg gehabt. Negativ schlägt zu Buche, dass bei den 10- bis 14-Jährigen die Zahl von erstmalig aufgetretenen depressiven Phasen oder gar Depressionen gestiegen ist (plus 5,3 Prozent). Diese jüngeren Jugendlichen waren offenbar überdurchschnittlich stärker betroffen als die 15- bis 17-Jährigen, unter denen bei dieser seelischen Erkrankung ein Rückgang von 7,8 Prozent feststellbar war.

Außerdem waren 20 Prozent mehr Grundschulkinder wegen einer Adipositas (Fettleibigkeit) in ärztlicher Behandlung. Das geht aus Zahlen der Krankenkasse DAK für 2020 und vorhergehende Jahre hervor, die dem Abendblatt vorliegen.

Corona in Hamburg: Es gab auch "positive Effekte"

Allerdings gibt es auch positive Effekte der Abstandsregeln und möglicherweise der geringeren Zahl an sozialen Kontakten, wenn man das angesichts der Belastungen für alle Heranwachsende überhaupt so nennen kann. So sanken natürlich die Zahlen bei den Atemwegserkrankungen – unter anderem ein Maskeneffekt. In dieser Folge wurden Kindern 2020 auch erheblich weniger Antibiotika verschrieben (minus 35 Prozent). Auch der ärztliche behandelte Alkoholmissbrauch verringerte sich um 29 Prozent.

Im Jahr 2020, als die Impfkampagne gegen das Coronavirus noch nicht begonnen hatte, stieg die Zahl der Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken um 39 Prozent. Doch das war auf die Einführung dieser MMR/V-Impfpflicht zurückzuführen.

Pandemie hat den Alltag der jungen Menschen verändert

Analog zu den Entwicklungen bei den Erwachsenen, wo beispielsweise die Krebsvorsorge unter der Pandemie gelitten hat (das Abendblatt berichtete), hat sich ein Viertel weniger Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren vorbeugend gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV) impfen lassen. Bei den „normalen“ U-Untersuchungen für die Kinder war eine Zurückhaltung zu Beginn der Pandemie zu erkennen, als die Zahl der Arztbesuche überhaupt einbrach. Das holten die Kinder aber nach.

Die DAK fordert Konsequenzen aus den Zahlen. Ihr Hamburger Landeschef Jens Juncker sagte: „Die Corona-Pandemie hat den Alltag der Kinder und Jugendlichen in Hamburg verändert. Vielen Mädchen und Jungen geht es nicht gut. Wir müssen etwas tun.“ Kinder- und Jugendgesundheit müsse nach oben auf die politische Agenda. „Hierbei sollte vor allem die psychische Gesundheit, gesunde Ernährung und Sport eine bedeutende Rolle spielen.“

( ryb )

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