Erzbistum Hamburg

Pfarrei Heilige Josefina Bakhita errichtet: Was das bedeutet

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Edgar S. Hasse
Stefan Heße hält die neue Pfarreistruktur für alternativlos.

Stefan Heße hält die neue Pfarreistruktur für alternativlos.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Mit Errichtung ist eine mehrjährige Reformetappe abgeschlossen: Statt 94 Pfarreien gibt es nun nur noch 28. Die Hintergründe.

Hamburg. Das Erzbistum Hamburg hat eine wichtige Etappe der Organisationsreform beendet. Mit der rechtlichen Errichtung der neuen Pfarrei Heilige Josefina Bakhita in Hamburg an diesem Sonntag ist die mehrjährige Entwicklung einer neuen Pfarreistruktur in der katholischen Diözese abgeschlossen. Konkret bedeutet das: Aus ehemals 94 Pfarreien wurden 28. Jeweils zehn befinden sich in Hamburg und Schleswig-Holstein und acht im Bistumsteil Mecklenburg.

Damit sei die Entwicklung der Pastoralen Räume abgeschlossen, sagte Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums, dem Abendblatt. Im Jahr 2009 hatte der damalige Erzbischof Werner Thissen die Entwicklung sogenannter Pastoraler Räume entschieden. Damit sind Gebiete mehrerer zuvor eigenständiger Pfarreien gemeint, in denen sich alle kirchlichen Einrichtungen vernetzen.

Erzbistum Hamburg: Heße sieht Reform als nötig an

Das heißt, dass Gemeinden, Kindertagesstätten, Schulen, Beratungsstellen und die Caritas ihre Arbeit aufeinander abstimmen und auf der Grundlage eines gemeinsamen Konzepts zusammenarbeiten. Für die katholischen Gemeindemitglieder bedeutete diese Entwicklung schmerzhafte Veränderungen.

Schließlich sind Kirchengemeinden für viele Christen ein bedeutsamer Ort der eigenen Identität. Jeder gravierende Einschnitt in die gewohnte Vertrautheit kann Ängste und Befürchtungen auslösen. Doch der Nachfolger von Werner Thissen, Erzbischof Stefan Heße, ließ an der Notwendigkeit dieser Reform angesichts knapper finanzieller und personeller Ressourcen keinen Zweifel.

Einige Pfarreien nur rechtlich errichtet

Die Pfarreien haben während des Entwicklungsprozesses eigene Pastoralkonzepte erarbeitet. In der Seelsorge der 28 Pfarreien arbeiten 95 Priester, zahlreiche Diakone, Pastoralreferenten und –referentinnen sowie Gemeindereferentinnen und –referenten. Erzbischof Stefan Heße würdigte zum Abschluss dieses Prozesses das große Engagement aller Beteiligten: „Ich bin allen Frauen und Männern sehr dankbar, die sich über mehrere Jahre mit langem Atem in den Pfarreien, aber auch in der Koordination und Moderation dieser Veränderungsprozesse eingebracht haben.“

Einige der neuen Pfarreien sind nach Angaben des Bistums bislang nur rechtlich errichtet. Festliche Gründungsfeiern waren zuletzt wegen der Corona-Situation nicht möglich. Sie werden nachgeholt, wenn wieder gemeinsam gefeiert werden kann. Die neue Pfarrei Heilige Josefina Bakhita umfasst nunmehr die katholischen Gemeinden in Niendorf, Stellingen, Eidelstedt und Lurup.

Josephina Bakhita wurde 2000 heiliggesprochen

Sie trägt den Namen einer aus dem Sudan stammenden italienischen Ordensschwester, die als junges Mädchen von arabischen Sklavenjägern verschleppt worden war. Am 1. Oktober 2000 wurde Josephina Bakhita (1889-1947) heiliggesprochen. Sie gilt als Schutzpatronin der katholischen Kirche im Sudan.

Die neue Pfarrei hat 15.000 Mitglieder. In Hamburg gibt es aktuell 175.000 Katholikinnen und Katholiken, im gesamten Erzbistum sind es 386.000.

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