Prozess Hamburg

Über 200 km/h: Raser verursacht tödlichen Unfall

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Der Angeklagte verursachte auf der Autobahn einen tödlichen Unfall (Symbolbild).

Der Angeklagte verursachte auf der Autobahn einen tödlichen Unfall (Symbolbild).

Foto: IMAGO / Einsatz-Report24

Bei dem Unfall starb ein Mensch. Nach dem Prozess legten Staatsanwaltschaft und Angeklagter Berufung ein. Jetzt steht das Urteil fest.

Hamburg.  Er trat kräftig aufs Gas. Er kam möglicherweise sogar an die Höchstgeschwindigkeit seines BMW Cabrio heran, als er mit mehr als Tempo 200 über die Autobahn raste. Mit dieser Geschwindigkeit schoss Boban I. auch noch in eine Baustelle, in der lediglich 60 km/h erlaubt waren –, und so rammte der 31-Jährige mit voller Wucht ein vor ihm fahrendes Auto. Dessen Fahrer starb, der Beifahrer wurde schwer verletzt.

Wegen dieses tödlichen Verkehrsunfalls vom 1. Mai 2019 stand Boban I. am Donnerstag vor dem Landgericht. Gegen ein früheres Urteil des Schöffengerichts, das am 22. Februar vergangenen Jahres drei Jahre Freiheitsstrafe gegen ihn verhängt hatte, hatte nicht nur der Angeklagte, sondern auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

Prozess Hamburg: Raser wieder alkoholisiert am Steuer

Dem Angeklagten wurden ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen, fahrlässige Tötung, Trunkenheit im Verkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Urkundenfälschung vorgeworfen. In der Anklage hieß es, Boban I. sei „völlig enthemmt“ gefahren, als er auf dem Weg von einer Hochzeitsfeier und unter dem Einfluss von Alkohol nach Hause über die Autobahn und in die Baustelle raste.

Das Fahrzeug des Geschädigten wurde durch den Aufprall gegen die rechte Begrenzungsmauer geschleudert, rutschte über die gesamte Fahrbahn und blieb schließlich im linken Fahrstreifen auf dem Dach liegen. Neben diesem tödlichen Unfall wurde dem 31-Jährigen vorgeworfen, am 12. Juli 2020 erneut alkoholisiert hinterm Steuer gesessen zu haben. Dabei sei er nicht im Besitz eines Führerscheins gewesen.

Prozess Hamburg: Berufungen zurückgezogen

Jetzt vor dem Landgericht ging der Prozess sehr schnell zu Ende. Angeklagter und Staatsanwaltschaft nahmen jeweils ihre Berufungen zurück, sodass die drei Jahre Freiheitsstrafe rechtskräftig wurden. Vor dem Amtsgericht hatte Boban I. über seinen Verteidiger beteuert, er sei „unendlich traurig und erschüttert über das, was hier passiert ist“.

Der Anwalt sprach von einem „ganz tragischen Unfallgeschehen“, an dem Boban I. am Steuer seines BMW Cabrio „große Schuld trägt, weil er viel zu schnell gefahren ist“. Leider sei ein Todesopfer zu beklagen. Und Boban I. sei jemand, der „das gern rückgängig machen würde“. Dass er später bei anderer Gelegenheit erheblich alkoholisiert und ohne Führerschein unterwegs war, sei ihm „unendlich peinlich“.

( bem )

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