Versuchter Mord

Schüsse auf 53-jährige Mutter: Urteil für heute erwartet

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Der 23 Jahre alte Angeklagte hat die Schüsse auf eine Frau zugegeben, beteuert aber, er habe ihr nur "Angst machen" wollen (Archivbild).

Der 23 Jahre alte Angeklagte hat die Schüsse auf eine Frau zugegeben, beteuert aber, er habe ihr nur "Angst machen" wollen (Archivbild).

Foto: Christian Charisius / dpa

Mustafa D. fühlte sich von Frau zurückgewiesen und brachte fast ihre Mutter um. Er leugnet den Mordversuch. Die Hintergründe.

Hamburg. Keiner hatte geahnt, dass jemand aus der Familie in Lebensgefahr schwebte. Doch gegenüber ihrer Haustür im Gebüsch lauerte ein Mann, mit einer Pistole in der Hand und feuerte die Waffe ab. Eine 53-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt. Ihr Sohn kam mit dem Schrecken davon.

Wegen dieser Tat vom 11. März vergangenen Jahres läuft ein Prozess gegen den 23 Jahre alten Mustafa D., dem die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vorwirft. Der Angeklagte hatte im Prozess eingeräumt, die Schüsse abgefeuert zu haben. Doch er habe das Opfer nicht töten wollen, hatte der junge Mann beteuert. Er habe bewusst an der Frau vorbeischießen und ihr lediglich „Angst machen“ wollen.

Versuchter Mord: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Etliche Zeugen wurden in dem Verfahren gehört. An diesem Donnerstag will das Landgericht Hamburg sein Urteil verkünden. Die Staatsanwaltschaft forderte für den Angeklagten Mustafa D. eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes in zwei Fällen. Ähnlich lautete der Antrag des Anwalts der Nebenkläger, der neben einer lebenslangen Haft auch noch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragte. Die Verteidigung indes plädierte auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als fünf Jahren.

Hintergrund der Schüsse auf Mutter und Sohn war, dass Mustafa D. meinte, seine Gefühle seien verletzt worden. Über Monate hatte der 23-Jährige der Schülerin Marian S. nachgestellt, sie um ihre Telefonnummer gebeten, ihr aufgelauert. Als sie abblitzen ließ, schrieb er laut Ermittlungen über soziale Medien hasserfüllte Nachrichten, in denen er Marian S. und ihre Familie bedrohte.

Mustafa D. bedrohte Familie vor der Tat – Urteil am Donnerstag

So habe er unter anderem formuliert, dass sie ihr Leben gelähmt und ohne ihre Familie verbringen werde. Einige Tage später schrieb er demnach, dass er sich „gerade nur schwer aufhalten“ könne, nicht der ganzen Familie „in den Kopf zu schießen“.

Doch diese Verdammungen erreichten die Gemeinte nicht. Den Ermittlungen zufolge verwechselte Mustafa D. die Adresse der Hamburgerin in den Sozialen Medien mit der einer vollkommen unbeteiligten Frau. Sie hatte also gar nicht antworten können – selbst wenn sie gewollt hätte. Schließlich kam es zu den Schüssen auf die Mutter und den Bruder der jungen Frau. Die Verkündung des Urteils wird für 12 Uhr erwartet.

( bem )

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