Blue Monday

Heute ist deprimierendster Tag des Jahres – was helfen kann

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Blue Monday: Heute ist angeblich der traurigste Tag des Jahres. Spaziergänge auf dem Fischmarkt in Hamburg helfen trotz Schietwetters gegen den Winterblues.

Blue Monday: Heute ist angeblich der traurigste Tag des Jahres. Spaziergänge auf dem Fischmarkt in Hamburg helfen trotz Schietwetters gegen den Winterblues.

Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

Pseudo-Formel bestimmt heutigen Montag als traurigsten Tag 2022. Was ist am Blue Monday dran – und was hilft gegen den Winterblues?

Hamburg. Schon mal was vom Blue Monday gehört? Nein? Es ist angeblich der deprimierendste Tag des Jahres. Blue bezeichnet im Englischen nicht nur die Farbe blau, sondern steht auch für traurig. Heute durchleben wir also den traurigsten Tag des Jahres 2022 – wenn man denn der pseudowissenschaftlichen Formel des britischen Psychologen Cliff Arnall glauben will.

Arnall stellte im Jahr 2005 eine Formel auf, mit der man – Betonung auf angeblich – den traurigsten Tag des Jahres ("the most miserable day of the year") errechnen kann. Seiner Rechnung zufolge fällt dieser Tag immer auf den dritten Montag im Januar, in diesem Jahr also auf den 17. Januar 2022.

Blue Monday: Die zusammengeschwurbelte Formel

Arnall verschwurbelt in seiner Blue-Monday-Rechnung ein paar Buchstaben: Das "W" steht dabei für Wetter, das "D" für Schulden (englisch: Dept), von dem ein "d" – es steht für das Gehalt im Januar – abgezogen werden muss. Dann gibt es da noch ein "T" für die Zeit (Time), die seit Weihnachten vergangenen ist, und ein "Q" für nicht umgesetzte gute Vorsätze, ein "M" für Motivation und ein "Na" für Aktivitätsbedürfnis.

Alles irgendwie miteinander mulitipliziert, dividiert, addiert und subtrahiert – und schwupp: Da ist er, der traurigste Tag des Jahres. Arnall soll die Formel im Auftrag einer PR-Agentur erfunden haben, mit dem Ziel, herauszufinden, welcher Tag des Jahres sich am besten eignet, um Flugreisen in die Sonne anzupreisen.

Blue Monday: Winterblues zieht sich durch die dunkle Jahreszeit

Den Winterblues auf einen einzigen Tag im Jahr zu reduzieren, ist Unsinn. An depressiver Verstimmung in der dunklen Jahreszeit, die sich über den Januar hinzieht, leiden allerdings viele Menschen. Morgens im Dunkeln zur Arbeit oder zur Uni fahren und am Abend im Dunkeln wieder nach Hause kommen – das schlägt auf die Stimmung. Im vergangenen und in diesem Winter kommt noch etwas hinzu: Viele Menschen sitzen in der Corona-Pandemie tagein tagaus in geheizten, künstlich beleuchteten Räumen in Homeoffice und verlassen das Haus überhaupt nicht mehr.

Fachleute sprechen beim Winterblues von einer 'saisonal abhängigen Depression'. Was hilft dagegen? Vor allem Licht und Bewegung an der frischen Luft. Gehen Sie also möglichst oft und vor allem bei jedem Wetter nach draußen. Bewegung macht fit und das Tageslicht bewirkt, dass verstärkt der Botenstoff Serotonin ausgeschüttet wird. Es soll sich positiv auf die Stimmung auswirken.

Blue Monday: Das hilft gegen den Winterblues

Als sogenanntes Glückshormon fördert Serotonin das Wohlbefinden. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein ist dazu nicht nötig. Das Tageslicht macht's. Es drosselt die übermäßige Produktion von Melatonin, das sogenannte Schlafhormon, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Zu viel Melantonin und fehlendes Serotonin: Das Ungleichgewicht macht müde, stört den Schlaf und kann sogenannte Winterdepressionen auslösen.

Laut dem britischen Online-Magazin Metro entschuldigte sich Arnall 2018 dafür, dass er durch seine Formel den Januar noch trauriger gemacht habe.

Übrigens: Cliff Arnall hat wohl nicht nur für den traurigsten, sondern auch für den glücklichsten Tag des Jahres eine Formel erfunden– diesmal für eine Eiscreme-Firma. The "happiest day of the year" fällt stets auf einen Tag irgendwann rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni.

( ced )

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