Urlaub trotz Corona

Skiurlaub in den Frühjahrsferien? Diese Regeln gelten

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Viele Hamburger fahren in den Frühjahrsferien traditionell in den Skiurlaub.

Viele Hamburger fahren in den Frühjahrsferien traditionell in den Skiurlaub.

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Im März fahren viele Hamburger Familien traditionell in den Schnee. Auf welche Vorschriften man diesen Winter in den Alpen achten muss.

Hamburg. Wenn in sieben Wochen die Hamburger Frühjahrsferien (7. bis 18. März) beginnen, zieht es viele Hamburger traditionell zum Ski- oder Snowboardfahren nach Österreich, in die Schweiz, nach Norditalien oder Frankreich. Nachdem der Skiurlaub im vergangenen Winter wegen Corona weitgehend ausfallen musste, sind die Pisten und Lifte zurzeit prinzipiell geöffnet. Doch die Nachfrage ist mit den Pandemie-Regeln und der starken Ausbreitung der Omikron-Variante enorm eingebrochen – zumal noch nicht absehbar ist, wie sich die Pandemie bis dahin entwickelt.

„Ich schätze, dass 50 Prozent weniger Leute in den Skiurlaub fahren als vor Corona“, sagt Dirk Wiarek, 2. Vorsitzender der Sektion Hamburg und Niederelbe im Deutschen Alpenverein (DAV). „Es herrscht eine große Verunsicherung. Viele buchen unter Vorbehalt und nur mit ausreichend Stornierungsmöglichkeiten.“ Das merken auch die Hamburger Reisebüros. Auf Abendblatt-Nachfrage berichten viele Büros von einer kaum vorhandenen Nachfrage nach Skiurlaub.

Hamburger Frühjahrsferien: Diese Corona-Regeln gelten beim Skifahren in Österreich

Seit Sonntag ist Österreich als das unter Hamburgern mit Abstand beliebteste Winterurlaubsland der Alpen offiziell als Hochrisikogebiet eingestuft. Die Inzidenz im gesamten Land liegt zurzeit bei 1152, in einzelnen Hotspots wie dem Wintersportort Flachau wurde in der ersten Januarwoche eine Inzidenz von mehr als 7600 registriert. Kitzbühel in Tirol hat derzeit eine Inzidenz von 1958. Vor nicht notwendigen touristischen Reisen wird gewarnt. Ausnahmen bilden lediglich die Gemeinden Mittelberg und Jungholz und das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee.

Wer nach Österreich einreisen möchte, benötigt einen 2G-Nachweis über Impfung oder Genesung sowie einen negativen, maximal 48 Stunden alten PCR-Test. Wer bereits geboostert wurde, muss keinen Test nachweisen, die Booster-Imfpung wird ab dem Tag der Impfung anerkannt. Wer weder eine Booster-Impfung noch einen PCR-Test vorweisen kann, muss vor dem Grenzübertritt ein Einreiseformular ausfüllen und zehn Tage in Quarantäne, die durch einen negativen PCR-Test beendet werden kann. Ungeimpfte müssen ebenfalls das Formular ausfüllen und können sich aus der Quarantäne erst nach fünf Tagen durch einen Test befreien.

Auf Après-Ski-Partys und laute Musik muss verzichtet werden

Skilifte, Hotels und Gastronomie (Sperrstunde 22 Uhr) haben unter 2G-Bedingungen geöffnet. Après-Ski-Partys oder Bars ohne festen Sitzplatz gibt es nicht. FFP2-Masken sind fast in allen Innenräumen Pflicht, auch im Skilift. Für Ungeimpfte gilt ein strenger Lockdown mit Ausgangssperre. Ausgenommen von den Einschränkungen sind Kinder unter zwölf Jahren.

Bei der Rückreise benötigen Ungeimpfte einen negativen Test, müssen sich zudem für mindestens zehn Tage in Quarantäne begeben. Geimpfte und Genesene sind von der Quarantänepflicht befreit, sofern Österreich nicht zum Virusvariantengebiet erklärt werden sollte.

Die Schweiz setzt auf deutlich weniger Einschränkungen

Obwohl die Inzidenz in der Schweiz mit 2133 fast doppelt so hoch wie in Österreich ist, setzt das ebenfalls als Hochrisikogebiet eingestufte Nachbarland auf deutlich weniger Einschränkungen. Wer in den Schweizer Alpen Ski oder Snowboard fahren möchte, muss in der Regel weder geimpft noch genesen noch getestet sein. Auch in der Bergbahn und am Skilift ist kein Immunitätsnachweis nötig. Eine Ausnahme bildet das Skigebiet Samnaun, das im Skiverbund mit Ischgl in Österreich liegt.

Auf den Skipisten sowie in offenen Skiliften herrscht keine Maskenpflicht. Diese gilt nur für Innenräume wie Restaurants, Gondeln oder Skipass-Verkaufsstellen. Zudem müssen alle Personen über 16 Jahren, die Innenräume der Gastronomie betreten wollen, einen 3G-Nachweis vorlegen. Restaurants und Bars, die freiwillig auf die 2G-Regelung setzen, sind von der Maskenpflicht befreit.

Alle Einreisenden ab 16 Jahren müssen einen negativen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) oder Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) vorweisen können. Personen, die bei der Einreise keinen gültigen negativen Test vorweisen können, müssen sich nach der Einreise unverzüglich testen lassen. Dies ist auch per einfachem Antigen-Schnelltest möglich. Bei der Ausreise gelten die gleichen Regeln wie in Österreich.

„Es gibt ein gewisses Ausweichen in die Schweiz. Für viele ist das aber keine Alternative, weil Übernachtungs- und Bewirtungspreise dort wesentlich höher als in Österreich sind. Das Preisniveau in der Schweiz ist für viele nicht machbar“, sagt der Zweite Hamburger DAV-Sektionsvorsitzende Wiarek.

Skifahren: So sind die Regeln in Frankreich, Südtirol und Bayern

Auch Frankreich gilt als Hochrisikogebiet. Während in den französischen Alpen auf den Pisten auch mit einem 3G-Nachweis gefahren werden kann, setzt die Gastronomie auf 2G. Das gesamte Land befindet sich zurzeit in einer massiven Corona-Welle, die Inzidenz liegt bei 3061. Corona-Impfzertifikate gelten nur noch sieben Monate lang. Liegt die zweite Impfung länger zurück, braucht man einen Booster. Diese Regel gilt für alle Erwachsenen.

Im beliebten Südtirol in Italien gilt in Hotels, Restaurants und für den Zugang zu den Skipisten die 2G-Pflicht. Pistenbetreiber müssen kontrollieren, dass Gäste FFP2-Masken in Seilbahnen und geschlossenen Liften tragen – bis vor wenigen Tagen reichten noch chirurgische Masken aus. Ein Mund-Nasen-Schutz ist in ganz Italien im öffentlichen Raum auch im Freien grundsätzlich vorgeschrieben.

Wem die Ein- und Ausreise in andere Länder zu kompliziert ist, muss mit deutschen Skigebieten vorliebnehmen. In Bayern gilt etwa in Hotels, Gastronomie, Skiliften und auf den Pisten flächendeckend 2G. In allen Liften, Seilbahnen und Innenräumen herrscht eine FFP2-Maskenpflicht. Seilbahnkabinen mit Platz für mehr als zehn Besucherinnen und Besucher dürfen darüber hinaus nur zu 25 Prozent ausgelastet sein. Lange Wartezeiten an manchen Liften sind somit möglich.

Hamburger Reiseveranstalter mit großen Umsatzeinbußen

Die Hamburger Reisebüros verzeichnen derweil einen extremen Rückgang bei Buchungsanfragen. Besonders hart trifft es Anbieter von Gruppenreisen. „Wir liegen zurzeit bei etwa 30 Prozent der normalen Nachfrage. Viele Veranstalter haben schon aufgegeben“, erzählt ein Hamburger Veranstalter von Gruppen-Skireisen, der anonym bleiben möchte. „Es hat sich sehr stark reduziert. Und die Leute, die buchen, machen es sehr kurzfristig, um sich bei den geltenden Regeln sicher zu sein.“

Auch Dirk Wiarek hat Verständnis für die Zurückhaltung der Leute. „Das Skifahren ist mitunter mühsam, die Brille beschlägt, das Tragen der Maske im Lift kann auch stören“, sagt der Zweite Hamburger DAV-Vorsitzende. Grundsätzlich sei die Ansteckungsgefahr auf der Piste aber zu vernachlässigen. „Skifahren im Freien ist kein wirklicher Infektionstreiber. Da geht es eher um Après-Ski oder Gastronomie“, sagt er.

Auch im warmen Spanien gelten strenge Corona-Regeln

Wer im März nicht in den Schnee, sondern beispielsweise ins warme Spanien fahren möchte, muss sich zwangsläufig auch in ein Corona-Hochrisikogebiet begeben. Auf den Balearen liegt die Inzidenz aktuell bei über 1200. Vor dem Flug müssen Urlauber ein Einreiseformular ausfüllen, mit dem ein QR-Code generiert wird. Dieser muss am Flughafen vorgezeigt werden. Für das Formular kann auch die SpTH-App verwendet werden.

Geimpfte und Genesene sind bei der Einreise von einem Corona-Test befreit, alle anderen benötigen einen negativen PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder Antigen-Schnelltest (maximal 48 Stunden alt). Bei der Rückreise gelten die üblichen Bestimmungen eines Hochrisikogebiets, zudem wird eine digitale Einreiseanmeldung benötigt.

Seit Kurzem gilt in Spanien auch im Freien wieder eine Maskenpflicht. Am Strand muss der Abstand zu Personen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, mindestens eineinhalb Meter betragen. Auch in Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand zwischen den Tischen.

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