Prozess Hamburg

Drogenabhängiger Räuber muss ins Gefängnis

| Lesedauer: 2 Minuten
Der Angeklagte Sergej H. wird in einer Erziehungsanstalt untergebracht (Symbolbild).

Der Angeklagte Sergej H. wird in einer Erziehungsanstalt untergebracht (Symbolbild).

Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann

Der Verurteilte hatte Seniorinnen überfallen und ihnen Schmuck gestohlen. Insgesamt wurden ihm fünf Straftaten vorgeworfen.

Hamburg.  Im Prozess gegen einen 34-Jährigen, dem mehrere Raubtaten zulasten von Seniorinnen vorgeworfen wurden, ist der Angeklagte jetzt zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht ist überzeugt davon, dass Sergej H. Seniorinnen überfallen und ihnen Schmuck gestohlen hat. Der Angeklagte hatte die ihm vorgeworfen Taten überwiegend eingeräumt. Neben der Verurteilung des 34-Jährigen ordnete das Gericht die Unterbringung des Mannes in einer Entziehungsanstalt an.

Die Anklage hatte dem Hamburger insgesamt fünf Taten vorgeworfen. Demnach hat er sich im August und September des Vorjahres jeweils Seniorinnen als Opfer ausgeguckt. Dabei, so die Staatsanwaltschaft, habe er ihnen den Schmuck vom Hals gerissen, zwei der Frauen zudem gewürgt und ihnen Schmerzen zugefügt. In zwei der Fälle wurde der Angeklagte jetzt freigesprochen. Drei der ihm vorgeworfenen Überfalle hatte Sergej H. gestanden. Als Motiv gab er an, drogenabhängig gewesen zu sein und Entzugserscheinungen gehabt zu haben. Deshalb habe er den Goldschmuck geraubt, dann verkauft und sich sofort Heroin besorgt.

Prozess Hamburg: Räuber zu Freiheitsstrafe verurteilt

Im Prozess hatte unter anderem eine 82-Jährige als Zeugin ausgesagt, wie sehr sie der Überfall durch Sergej H. geängstigt habe. „Das schüttelt mich jetzt. Sie glauben nicht, wie mir zumute ist“, sagte die 82-Jährige, als sie dem Angeklagten während ihrer Zeugenaussage begegnete. Die Rentnerin hatte über die Tat vom 27. September vergangenen Jahres geschildert, dass ein Mann hinzugestiegen sei, als sie in ihrem Wohnhaus im Fahrstuhl stand. Dann habe der Mann sie angegriffen und ihr die Kette vom Hals gerissen.

Eine 88-Jährige hatte erzählt, sie sei attackiert worden, als sie im Lift auf dem Weg zu ihrem Arzt war. Auch sie machte deutlich, wie sehr sie die Tat noch heute belastet. „Da steht plötzlich diese Gestalt vor mir. Es macht ratsch, und er reißt mir die Kette vom Hals“, erinnerte sich die Seniorin. „Das ist ein Sargnagel. Ein Mensch, der einen begrapscht und gezielt an den Hals greift … Das verarbeitet man nur ganz schwer“, sagte die Seniorin vor Gericht.

( bem )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg