Google-Rückblick

Diese Promis haben die Hamburger 2021 besonders interessiert

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Alex Baldwin, Kasia Lenhardt und Christian Eriksen gehören zu den Prominenten, die Hamburger 2021 besonders häufig bei Google gesucht haben.

Alex Baldwin, Kasia Lenhardt und Christian Eriksen gehören zu den Prominenten, die Hamburger 2021 besonders häufig bei Google gesucht haben.

Foto: picture alliance / empics /Frederic Kern / Geisler-Fotopress

Nationale und internationale Persönlichkeiten besonders häufig gesucht. Einige Hamburger Promis verpassten die Top 10 aber nur knapp.

Hamburger interessieren sich nur für die Promis aus der eigenen Stadt? Falsch gedacht! Denn vorrangig haben die Hamburger 2021 auf Google nach nationalen und internationalen Prominenten gesucht, die gar nichts oder nur wenig mit der Hansestadt zu tun haben. Die Ausnahmen: Boris Herrmann, Olaf Scholz und Dieter Bohlen – die es jedoch nicht in die Top 10 geschafft haben. Welche bekannten Persönlichkeiten im vergangenen Jahr auf der Suchplattform plötzlich besonders stark gefragt waren, stellen wir in einem Ranking vor.

Auf dem ersten Rang in der Auswertung, die alle Suchanfragen vom Standort Hamburg miteinander vergleicht, landet ein Todesfall, der 2021 ganz Deutschland bewegt hat: Kasia Lenhardt, die Ex-Freundin von Jérôme Boateng, beging mit nur 25 Jahren Suizid. Der Streit zwischen den beiden wurde zuvor öffentlich ausgetragen und kratzte an Boatengs Image. Es gilt die Unschuldsvermutung, doch ein Imageschaden wartet nicht auf Urteile.

Promis: Hamburger suchten bei Google häufig nach Trump

Den zweiten Platz sicherte sich der amerikanische Ex-Präsident Donald Trump. Dieser machte direkt zu Jahresbeginn erneut Schlagzeilen, als seine Anhänger im Januar das US-Kapitol stürmten. Erst vor wenigen Tagen, am ersten Jahrestag des Vorfalls, richtete Präsident Joe Biden einen Appell an die Amerikaner: „Wir dürfen uns nicht erlauben, so ein Land zu werden.“ Donald Trumps "langer Schatten" befördert die Krise seines Nachfolgers, schrieb Abendblatt-Autor Michael Backfisch erst kürzlich. "Trump ist zwar nicht mehr Chef des Weißen Hauses, aber der Geist des Trumpismus lastet weiter auf dem Land", so Backfisch.

Ein weiterer US-Amerikaner interessierte die Hamburger 2021 besonders: Schauspieler Alec Baldwin, der durch einen Unfall am Film-Set die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Bei Dreharbeiten für den Western "Rust" auf einer Filmranch in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico war am 21. Oktober die 43-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt und Regisseur Joel Souza (48) an der Schulter getroffen worden. Hauptdarsteller Baldwin, der an dem Film auch als Produzent beteiligt war, hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene benutzt. Die noch laufenden Ermittlungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte.

Diese Promis wurden in Hamburg 2021 besonders häufig gesucht:

  1. Kasia Lenhardt
  2. Donald Trump
  3. Alec Baldwin
  4. Christian Eriksen
  5. Willi Herren
  6. Prinz Philip
  7. Gil Ofarim
  8. Jan Hahn
  9. Philipp Mickenberger
  10. DMX

Platz vier im Google-Ranking sicherte sich Christian Eriksen. Der dänische Fußball-Nationalspieler war bei der Fußball-EM im Spiel gegen Finnland zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden. Nun will er wieder zurück auf die ganz große Fußballbühne. „Mein Ziel ist es, bei der WM in Katar dabei zu sein. Ich will spielen“, hatte Eriksen in seinem ersten Interview nach seinem Zusammenbruch gesagt.

Nach Tod: Hamburg googelten Schauspieler Willi Herren

Sein Todesfall im Jahr 2021 brachte auch Schauspieler Willi Herren auf die vordersten Plätze der von Hamburgern besonders häufig gesuchten Promis. Im April wurde Herren im Alter von nur 45 Jahren tot in seiner Kölner Wohnung aufgefunden. Er war einem großen Publikum als Serien-Bösewicht "Olli Klatt" in der ARD-Serie "Lindenstraße" bekannt geworden und nahm an mehreren Reality-TV-Sendungen teil – wie etwa auch am Dschungelcamp. Im Mai wurde der Schauspieler in Köln beigesetzt, im August gab Herrens Witwe, Jasmin Herren, in einem Interview tiefe Einblicke. Das Paar sei gar nicht getrennt gewesen, "da muss ich jetzt eine kleine Bombe platzen lassen, Willi und ich haben gelogen", vielmehr hätten die beiden nach einem neuen Weg gesucht, ihre Beziehung weiterzuführen.

Prinz Philip, der Ehemann von Queen Elizabeth II., verstarb im April 2021 und landete im Google-Ranking hinter Herren auf dem sechsten Rang. Prinz Philip starb im Alter von 99 Jahren, im Juni hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Eine Doku in der BBC enthüllte im September Prinz Philips letzte Worte an seinen Sohn Charles – und zeigt, dass der Prinzgemahl auch wenige Stunden vor seinem Tod noch zu markigen Bemerkungen in der Lage war.

Google-Ranking: Hamburg suchten 2021 nach Gil Ofarim

Ebenfalls auf großes Interesse bei den Hamburgern stieß Gil Ofarim. Der Sänger machte im Oktober Schlagzeilen, als er auf Instagram von einem antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel berichtete: Ein Mitarbeiter vom "The Westin Leipzig" habe ihn aufgefordert, seine Kette mit Davidstern abzunehmen. Doch dann warfen Überwachungsvideos möglicherweise Fragen zu dem Hergang auf. Der Staatsanwaltschaft Leipzig liegen mehrere Anzeigen zu dem Vorfall vor – auch von dem beschuldigten Hotelmitarbeiter wegen Verleumdung. "Unsere Ermittlungen sind von dem Ergebnis der Hoteluntersuchungen unberührt und dauern an", sagte ein Sprecher.

Der Tod des Moderators Jan Hahn im vergangenen Jahr machte sich ebenfalls bei den Google-Suchanfragen bemerkbar. Der "Frühstücksfernsehen"-Moderator starb mit 47 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Laut RTL litt der Moderator an einer Krebserkrankung. Ebenfalls an Krebs verstarb 2021 Philipp Mickenberger als einer von Deutschlands erfolgreichsten YouTubern – im Alter von nur 23 Jahren. Johannes Mickenbecker kämpfte im Juni sichtlich mit den Tränen, als er den Tod seines Zwillingsbruders Philipp verkünden musste. "Wir haben gehofft, wir müssen dieses Video nie machen", leitete er das Statement des Teams hinter dem YouTube-Kanal "The Real Life Guys" ein. Mickenbergers Tod interessierte die Hamburger so stark, dass auch er zu den meistgesuchten Prominenten 2021 gehört.

Hamburg: DMX bei Google-Suchanfragen in Top 10

Auf dem zehnten Platz im Ranking der Prominenten, die die Hamburger besonders interessierten, landet ein weiterer Todesfall aus dem Jahr 2021. Nach einem Herzanfall und tagelanger künstlicher Beatmung verstarb der US-Rapper DMX am 9. April im Alter von 50 Jahren in einer Klinik bei New York. Angehörige, Kollegen und Fans zollten dem gebürtigen Earl Simmons mit einer Parade und einer Trauerfeier in New York Tribut. Die Zeremonie in der Eventhalle Barclays Center wurde auch in den Social-Media-Kanälen des Künstlers live übertragen.

In die Top 10 der in Hamburg besonders häufig gesuchten Prominenten hat es somit keine Persönlichkeit aus der Hansestadt selbst geschafft. Doch bereits auf Rang zwölf liegt Boris Herrmann, der bei der Vendée Globe 2021 für reichlich Spannung sorgte. Nach 80 Tagen, 20 Stunden, 59 Minuten und 45 Sekunden erreichte er die Ziellinie vor Les Sables-d'Olonne. Hätte er am letzten Tag nicht ein Fischerboot gerammt, wäre sogar mehr als ein starker fünfter Platz drin gewesen.

Neu-Bundeskanzler Olaf Scholz ist ebenfalls vertreten: Der ehemalige Hamburger Bürgermeister lag bei den Google-Suchanfragen der Hamburger auf Platz 14. Mit Platz 18 darf sich auch Dieter Bohlen über ein hohes Such-Interesse aus seiner Heimat freuen. Der "Pop-Titan" machte 2021 besonders mit seinem Ausstieg bei "DSDS" Schlagzeilen. Für seinen letzten Auftritt bei der Show meldete er sich krank und amüsierte sich im April über die schlechten DSDS-Quoten mit seinem Ersatzmann Thomas Gottschalk.

( mit dpa )

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