Corona Hamburg

Steht das gesellschaftliche Leben bald wieder still?

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Ulrich Gaßdorf
Noch ist nicht entschieden, ob der Presseball abgesagt wird.

Noch ist nicht entschieden, ob der Presseball abgesagt wird.

Foto: Michael Rauhe

Viele Neujahrsempfänge und der Silvesterball sind betroffen. Was ist mit dem Presseball? Welche Events stattfinden – und welche nicht.

Hamburg. Es war wieder ein stückweit Normalität eingekehrt in das gesellschaftliche Leben in der Hansestadt. Zaghaft starteten im Juni die ersten Events nach der langen Corona-Zwangspause. Die Menschen begegneten sich wieder auf Vernissagen, bei Shop-Eröffnungen, Preisverleihungen oder Theater- und Musicalpremieren. Als „Die Eiskönigin“ im Stage Theater an der Elbe Premiere feierte, da kamen Anfang November rund 1400 Menschen ohne Masken zusammen. Vor wenigen Wochen tummelten sich bei der Premiere von dem Stück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ im Mehr Theater auf dem Großmarkt noch rund 1600 Gäste – auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) war dabei.

Doch die Inzidenzen steigen in der Hansestadt weiter an und sorgen dafür, dass gesellschaftliche Anlässe wieder reihenweise abgesagt werden. Zum Silvesterball im Großen Festsaal vom Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee wurden rund 500 Gäste erwartet. In dieser Woche wurde entschieden, das Event nicht wie geplant stattfinden zu lassen.

Corona Hamburg: Welche Veranstaltungen stattfinden – und welche nicht

„Die aktuelle ungewisse Situation hat uns dazu bewogen, den traditionellen Silvesterball mit Feier und Tanz in ein gesetztes Vier-Gänge-Galadinner, an dem etwa 200 Gäste teilnehmen, umzuwandeln. Unsere Gäste zeigen für diese Entscheidung viel Verständnis und freuen sich auf ein entspanntes Essen zum Jahreswechsel im Grand Elysée“, sagte Vorstand André Vedovelli dem Abendblatt. Das Hotel lädt traditionell Stammgäste und Prominente zum Neujahrspunsch ein, auch dieses Event wurde abgesagt.

Auch der 27. Blankeneser Neujahrsempfang vom Stadtmagazin „Klönschnack“, das wie das Hamburger Abendblatt zur Funke Mediengruppe gehört, war für den 14. Januar im Grand Elysée geplant. Zu der Traditionsveranstaltung – die zuletzt auf dem Süllberg ausgerichtet wurde – sollten rund 1000 Gäste zusammenkommen. Aber „Klönschnack“-Herausgeber Klaus Schümann hat die Festivität abgesagt. „Das können wir zurzeit wegen Corona einfach nicht machen. Aber wir haben schon ein neues Datum abgestimmt.“ Am 6. Mai soll es einen „Neustartempfang“ geben.

Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatt findet als Livestream statt

Wie berichtet, soll im kommenden Jahr auch wieder der Hamburger Presseball ausgerichtet werden. Im Oktober wurde bekannt gegeben, dass die Veranstaltung vom Atlantic in das Grand Elysée zieht. Auf den 29. Januar ist dieses gesellschaftliche Ereignis terminiert. Allerdings wird wohl hinter den Kulissen schon über eine Absage nachgedacht. „Natürlich hat man bei der aktuellen Corona-Lage ein mulmiges Gefühl. Andererseits ist der Presseball erst Ende Januar. Wir werden Anfang Januar eine finale Entscheidung treffen“, sagte Karsten Lüchow, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung der Hamburger Presse, die den Presseball veranstaltet.

Und auch der Neujahrsempfang vom Hamburger Abendblatt im Atlantic am 5. Januar, zu dem rund 900 Personen eingeladen waren, wird nicht wie geplant stattfinden. „Wir haben uns aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen entschieden, aus dem Neujahrsempfang eine Hybridveranstaltung mit Livestream für unsere Gäste zu machen. Im Atlantic erwarten wir einige spannende prominente Talkgäste“, kündigte Abendblatt-Marketingchefin Vivian Hecker an.

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